Der XXL-Kühlschrank und die Geschichte vom qualmenden Vorgängermodell

Der XXL-Kühlschrank und die Geschichte vom qualmenden Vorgängermodell

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August 2011, abends um 20 Uhr: ich gehe zum Kühlschrank (125 Liter, davon etwa 20 Liter Gefrierfach, Energieeffizienzklasse A), öffne die Türe und bin genervt. Wie so oft am Abend finde ich meinen Joghurt nicht. Ich hasse Joghurt mit matschigen Fruchtstückchen, – und das nicht erst seit ich die Reportage zu Gammelfrüchten in Joghurt gesehen habe und von Sägespänen im Joghurt weiß. Naturjoghurt suche ich, den ich mit frischen Früchten verzieren kann, über den ich ein bisschen Obstsaft gießen kann und bei dem ich mich nicht beim Öffnen schon frage, wie viele Kilo Aroma drin sind, weil er aufdringlich nach künstlicher Erdbeere riecht. Seit Wochen schon verfluche ich diesen Kühlschrank, dessen Platzangebot mit jedem Kind ein bisschen kleiner wurde und der mittlerweile aus allen Nähten platzt. Wir kaufen keine Jahre im Voraus, doch alleine die Behälter für Essensreste vom Vortag (die man übrigens noch essen kann und nicht wegwerfen muss) und ein bisschen Joghurt, Obst und Gemüse nehmen so viel Platz weg, dass ich alles finde nur nicht MEINEN Joghurt. Die Kinder haben ihn sicher nicht gegessen, zu sauer, zu wenig süß und zu unbunt, würden sie sagen. Nach 10 Minuten verzweifelter Suche gebe ich auf: der Kühlschrank ist zwar einigermaßen sortiert (so weit man in zwei Fächern sortieren kann), trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Lebensmittel so weit hinten landen, dass sie dort erst eine ganze Zeit nach Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums wieder gefunden werden und es zum Risiko wird, sie überhaupt noch zu öffnen. So kann es nicht weitergehen, keinen Tag länger, der Entschluss ist gefasst: ein neuer muss her.
Das Tiefkühlfach wurde so selten genutzt, dass es bei der Wahl eines neuen Kühlschranks gar nicht erst zur Voraussetzung wird, schließlich steht im Keller der Tiefkühlschrank, der nicht nur ordentlich Platz bietet, sondern obendrein trotz Energieeffizenzklasse A ein Stromfresser ist. Nach ein paar Tagen der Onlinesuche nach einem neuen Kühlschrank steht fest: er muss grooooooß sein, zeitgleich aber wenig Strom verbrauchen. Und ja, auch das gibt es. Der gewählte 300 Liter-Kühlschrank mit 7 Fächern verbraucht trotz ordentlich Stauraum genauso viel oder wenig Strom wie der Vorgänger (der auch erst 3 Jahre alt war): am nicht genutzten TK-Fach lag es und auf das würden wir fortan verzichten. Kurz später zog er hier ein: der XXL-Kühlschrank! Und der ist richtig richtig klasse: 7 Fächer zum Sortieren von Lebensmitteln, Obst- und Gemüsefach, mannshoch und dazu noch leise. Kein Suchen von Joghurt mehr, kein Suchen von passenden Behältern für Essen mehr, weil alle zu hoch sind, endlich Überblick. Ich liebe unseren XXL-Kühlschrank und gebe ihn nie wieder her!

Ein Umzug mit Kühlschrank – eine wahre Begegebenheit
Mit Kühlschranken haben wir 2007 aber auch schon andere Erfahrungen gemacht, die ich unbedingt mit euch teilen mag, denn genau so kamen wir an unseren Vorgängerkühlschrank. In besagtem Jahr sind wir umgezogen in eine 750 km entfernte Stadt. Und natürlich, auch der Kühlschrank musste mit.
Transportiert im LKW, sicher und mit viel Anstrengung vom 4. Stock ins Erdgeschoss und 750 km weiter wieder in den 1. Stock getragen stand er vor uns und er stand im Weg. Da kam mir die zündende Idee: man könne ihn ja in die Ecke in der Küche stellen und schon einmal anschließen…..

Wer sich mit Kühlschränken und Kompressoren auskennt, der ahnt, was nun folgt(*)… Ja, lacht ruhig. Ich weiß es noch so genau als wäre es gestern gewesen. Ich stellte den Kühlschrank in die Ecke der Küche und steckte den Stecker in die Steckdose. Kurz später beschäftigte ich mich weiter mit dem Tragen von Einrichtungsgegenständen in die Wohnung und damit, Küchenmöbel zusammenzuschrauben.

Das ging auch eine ganze Weile lang gut, bis es plötzlich anfing komisch zu riechen. Nach verbrannt, nach Gummi, nach giftig, es war jedenfalls ein ganz ekliger Geruch, der mir in die Nase zog. Und nicht nur das: es qualmte. Aber wie! Dieser gottverdammte Kühlschrank, den wir mit vereinten Kräften 750 km herumgefahren und getragen, aus dem LKW gehievt und mit der Sackkarre und vielen Händen in die neue Wohnung geschleppt hatten, qualmte. Und nicht nur das, trotz dass ich den Stecker mittlerweile aus der Dose gezogen hatte, qualmte und blubberte eine böse stinkende Flüssigkeit an der Rückseite, die nun auch noch begann kleine Flammen zu erzeugen. Die Augen tränten, es stank bestialisch und dieses Ding drohte zu brennen. Mittlerweile auf den Balkon geschleppt, machte es auch keinerlei Anstalten mit dem Qualmen aufzuhören. Mir fiel ein, was mir in solchen Gelegenheiten immer einfällt: ich startete den Laptop und fragte google. Wer braucht schon die Feuerwehr, wenn der Kühlschrank brennt und vielleicht zu explodieren droht?
Mittlerweile hatten sich zudem die neuen Nachbarn zu uns gesellt, die ob des qualmenden Kühlschranks ganz interessiert fragten, wer wir denn seien und warum wir einen qualmenden Kühlschrank auf dem Balkon stehen hätten. Ein Einstand der anderen Art. Da google auf die Schnelle nicht weiterhalf rief ich einen Elektriker an, der ob des geschilderten Zustands des Kühlschranks nur eins tat: er lachte. „Der ist hinüber“, sprach er und bot an, den Kühlschrank für 20 Euro zu entsorgen. „Ähm, der qualmt aber noch“, sprach ich und … er lachte weiter und erklärte, dass es Gründe hätte, warum man einen Kühlschrank nach einem Umzug und Erschütterungen nicht sofort an den Strom anschließt. Wer sich mit dem Thema näher auseinandersetzen möchte, der kann gerne google nach den Einzelheiten von vermischtem Öl und Kühlflüssigkeiten bei Kühlschränken nach Transport befragen, allen anderen sei gesagt: unbedingt den Kühlschrank nach einem Transport eine Weile in Ruhe lassen, denn dann klappt es auch mit den Nachbarn.

Sollte ich die Kühl-Gefrier-Kombi von Küchen-Atlas gewinnen, weiß ich jedenfalls mittlerweile, was ich NICHT mache, wenn sie hier eintrifft… man lernt ja dazu.
(*) und irgendetwas scheint an dem Kühlschrank auch während des Transports noch zusätzlich kaputt gegangen zu sein…

Hattet ihr auch schon so tolle Erlebnisse mit einem Kühlschrank?

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Kerstin ist Mama von vier wunderbaren Söhnen, einer redseligen kleinen Trulla und der Dezemberhexe. Sie baut Legotürme, stürmt mit wilden Playmobilpiraten kitschige Prinzessinnenschlösser und sucht täglich Antworten auf kuriose Kinderfragen.

9 Kommentare

  1. Glücklicherweise hatte ich noch kein solches Erlebnis mit einem Kühlschrank. Klugschiss an – Ich wusste auch, dass man so ein Ding nach dem Transprot erst mal einen Tag stehen lassen soll bevor er ans Netz geht – Klugschiss aus
    Aber dein Bericht ist gut geschrieben und hat mich während des Lesens gut unterhalten.

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    • Junge Frau, ich weiß das jetzt auch und ich habe obendrein die Erfahrung eines qualmenden Kühlschranks machen dürfen – da bin ich dir um einiges voraus.

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      • Hm, ich glaube auf die Erfahrung kann ich gut und gerne verzichten.
        Unser Kühlschrank gibt gerade allerdings komische Töne von sich und ich fürchte, dass er jeden Moment den Geist aufgibt.

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  2. Dass man den Kühlschrank nach einem Transport nicht sofort anschließen darf, wurde mir bei meinem Auszug gesagt. Dann konnte ich die neugekaufte sehr gesunde Tiefkühlpizza sofort entsorgen…
    Aber kaputte Kühlschränke und ungeordnete Kühlschränke kenne ich zu genüge. Wobei ich bei Letzterem mittlerweile MEIN System entwickelt habe. Würde der Mann nur nicht immer dazwischen funken…

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    • Männer und Kühlschränke, das ist ohnehin so ein Thema: egal was man aufträgt zu suchen, sie finden es garantiert nicht, weil es „nicht da“ ist.

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  3. Haumichweg…….wie klasse du das geschrieben hast…da ist man mittendrin statt nur dabei ;)
    Den ersten Teil kann ich voll nachvollziehen…das Suchen im Kühlschrank nach SEINEM Produkt….tja….das ist immer so eine Sache, und wie du auch schön beschrieben hast…ein paar Essensreste in Dosen verpackt, füllen den Kühlschrank in extremer Schnelle ;)
    Da könnt man manchmal schon verzweifeln….aber ich denke dann wieder, auch wenn man nen grösseren Kühlschrank hätte, der wäre auch voll und man würde suchen oder nicht ???? ;)

    Und zu deinem Umzugs-Kühlschrank-Brand-Erlebniss…..das ist sorry…..aber so lustig wie du das beschrieben hast….echt klasse…ich wusste zwar auch, dass man nach dem Umzug den ein weilchen stehen lassen sollte bevor man ihn anschliesst…aber mir war eher nur bekannt, damit sich die Kühlflüssigkeit wieder *beruhigt* durch den Transport…..hätte jetzt aber nicht gedacht, dass dabei dann doch soooo viel Kaputt geht….naja…..gelesen und hoffentlich nie nachgemacht ;)
    Danke dir für den tollen amüsanten Bericht….und drücke dir die Daumen zu dem Kühlschrankgewinn ;)

    LG Bibilotta

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    • Hallo Bibilotta,
      du hast recht: man sucht trotzdem hin und wieder. Nun gibt es aber ein Fach für Käse, eines für Wurst, eines für Joghurt usw., so dass ich meinen Joghurt nur noch in einem Fach suchen muss. Und ganz wichtig, es steht nicht mehr alles hinter- und voreinander, sondern nur noch nebeneinander.

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  4. Das mit dem Stehen lassen war mir auch bekannt ;-) , was aber wohl daran liegt, dass meine Eltern wahre Umzugs-Profi sind. Nicht weil sie selbst so oft umgezogen wären – nein, meine Schwester ist schon *grübel*, ach wer weiß wie oft gereist ;-) .

    Aber das mit dem Platzproblem im Kühlschrank hatten wir auch, obwohl wir ja nur ein Kind haben :-D – Wir haben jetzt ne Kühl-/Gefrierkombi mit 0°Grad-Fach. Kann ich nur weiterempfehlen, falls sich wer nen neuen Kühlschrank kaufen will. Darin hält sich Obst und Gemüse echt ewig und auch Fleisch, Käse und Fisch hält sich länger. Ist leider etwas teuer, deshalb gabs „nur“ die Effizienz-klasse A+ . Für mehr hat unser Geld nicht gereicht ;-)

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    • Weißt du, was das schlimme ist? Wir sind vorher schon 4 oder 5mal umgezogen und wussten es nicht. Ich hatte auch gar nicht darüber nachgedacht.

      0-Grad-Fach nähmen wir auch noch dazu, das haben wir nicht. Wir haben auch ein oder zwei + hinter dem A, da ich nicht nachgeschaut habe, habe ich sie verschwiegen. Wir legen viel Wert darauf, dass Großgeräte keine Stromfresser sind (wobei das Gefriertruhen und -schränken eher schwierig ist…)

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