Collage mit 4 Kindern

Ein bisschen Wehen, ein Ungeborenes ohne Buch und vielleicht eine Thrombose

So eine Schwangerschaft ist kein Zuckerschlecken – jedenfalls hört man das von den meisten Schwangeren und ich gestehe, dass es auch mir besser gehen könnte als es das aktuell tut. So sehr man sich über das Wunder des Lebens freut und so sehr man diese Monate genießen mag, so schwierig ist es manchmal, sich mit den Leiden, die die Zeit mitunter mit sich bringt anzufreunden. Ja, der Körper der Frau vollbringt eine Höchstleistung, Mutter Natur schafft ein Wunder und trotzdem nehme ich mir hin und wieder das Recht heraus, trotzdem jammern zu dürfen. Heute Morgen zum Beispiel.
Als Schwangere, die ihren Mann bei sich zuhause hat und die tatsächlich trotz dreier Kinder nicht selten in den Genuss kommt, morgens auszuschlafen zu dürfen, geht es mir deutlich besser als vielen anderen Mamas. Und nicht nur das, der Gatte übernimmt außerdem meistens das Frühstück mit den Kindern und bringt das große von ihnen obendrein in den Kindergarten während die faule Schwangere bis um 8 Uhr morgens im warmen Bett liegt und träumen kann.


Wadenkrämpfe oder eine Thrombose?
Meinem Traum wurde heute Morgen jedoch ein jähes Ende gesetzt als ich durch einen ziemlich schmerzhaften Wadenkrampf geweckt wurde. Krämpfe in den Waden sind im letzten Trimester der Schwangerschaft nicht ungewöhnlich und obgleich man währenddessen die Wände hoch gehen könnte bzw. vielmehr nicht, weil man gar nicht weiß wohin mit dem Schmerz, überlebt man so einen Wadenkrampf in aller Regel ganz gut. Der erste war binnen 1-2 Minuten vorbei und ich freute mich schon, noch ein paar Minuten dösen zu können als der zweite Krampf über meine Wade herfiel. Der dauerte schon deutlich länger und führte nicht nur zu schwerem Stöhnen, sondern auch dazu, dass mir augenblicklich vor Schmerzen die Tränen liefen. Und als wäre das nicht genug gewesen, folgten darauf Wadenkrampf 3 und 4. Wie es den meisten Schwangeren ergeht, so hatte ich zu dem Zeitpunkt aber noch ein größeres Problem: die Blase drückte… ich muss mich morgens auch ohne Wadenkrämpfe schon sputen, die Toilette noch rechtzeitig zu erreichen, mit einem kaputten Rücken und einer kaputten Wade wird das aber nicht leichter.
Nachdem ich den Rücken aus dem Bett gequält hatte, wollte ich aufstehen, aber es war nicht im Traum daran zu denken, das linke Bein zu belasten. Beim Berühren des Bodens spürte ich direkt die ersten Anzeichen eines neuen Krampfes. Wäre der Mann zugegen gewesen, ich hätte mich vermutlich die 10 Meter zum Bad tragen lassen, so kämpfte ich mich mit kaputtem Rücken und auf einem Bein dorthin, von wo ich kurz später wiederum nicht weiterkam. Die Wade war so gequält worden, dass das komplette Bein bei Berührung und auch bei Bewegung schmerzte. Ich weiß nicht mehr genau wie – es muss eine Mischung aus Hüpfen und Krabbeln gewesen sein (ja, das geht!), aber irgendwie fand ich den Weg in die Küche und dort auf meinen Bürostuhl. Wäre ich clever gewesen, ich hätte direkt das Telefon mitgenommen, wie das allerdings unter Schwangeren und im Schmerzzustand manchmal so ist, verschwendete ich darauf keinerlei Gedanken, so dass ich noch ein weiteres Mal aus der Küche ins Wohnzimmer musste (dieses Mal allerdings mit Hilfe meines Rollstuhls!), um meinen Mann anzurufen.

Wie er mir vorhin offenbarte, habe ich mich beim Anruf wohl angehört als hätte ich Wehen, – dabei hatte ich doch nur (…) vier Wadenkrämpfe. Jedenfalls bestellte ich hochdosiertes Magnesium, das er mir kurz später aus der Apotheke mitbrachte. Kurzer Hinweis an der Stelle: ZU hoch dosiertes Magnesium führt dazu, dass man die Toilette im Laufe des Tages noch viele Male aufsuchen müssen wird und das möglichst rasch.

Termin bei der Hebamme
Da ich ohnehin einen Termin bei der Hebamme hatte, schonte ich das Bein einigermaßen bis ich ihr heute Abend mein Leid klagen konnte. Wirklich begeistert sah sie nicht aus als sie merkte, dass die Wade bereits bei Berührung schmerzt. Langer Rede kurzer Sinn: morgen früh darf ich zum Ultraschall antreten, um eine Thrombose ausschließen zu lassen. So wirklich daran glauben wollen wir nicht, da ich bereits Heparin spritze, aber da Vorsicht bekanntlich die Mutter der Porzellankiste ist, werde ich das morgen abklären lassen.
Meine Hebamme wundert sich übrigens auch gar nicht mehr, wenn ich bei jedem Termin neue Wehwehchen vorbringe – über Blut im Urin, Rücken- und Symphysenschmerzen, ein paar Wehen und sonstige Kleinigkeiten lächeln wir nur noch müde. Das Beinproblem ist neu, aber auch das werden wir sicher in den Griff bekommen.

Ein armes Ungeborenes
Noch ganz kurz und am Ende eine kleine Anekdote: unser kleiner Sohn liebt meinen Babybauch und ist seit der Schwangerschaft sehr anhänglich und kuschelig geworden. Seit der Bauch größer und größer wird, liebt er es zu horchen, ihn zu streicheln und mit seinem Geschwisterchen Kontakt aufzunehmen. Als wir heute gemeinsam ein Buch anschauten, inspirierte ihn das zu der Frage, ob das Baby im Bauch auch ein Buch hätte. “Sag, Mama, was macht das Baby in deinem Bauch? Kann es da überhaupt ein Buch lesen, wenn es so dunkel ist?”, fragte er plötzlich und war reichlich enttäuscht als ich ihm erklärte, dass das Baby leider gar kein Buch im Bauch hat. Aber der kleine Mann wäre nicht unser kleines Cleverle, wenn er nicht auch hierfür eine Lösung gefunden hätte: der Bauch müsste aufgeschnitten werden, damit ein Buch den Weg zu seinem Bruder fände. Daran änderte auch nicht, dass ich sagte, dass das doch weh tun würde, wenn man den Bauch aufschneidet, denn auch dafür gibt es schließlich eine Lösung!
“Aber Mama, das tut gar nicht weh, wenn wir den Bauch aufschneiden, dafür nehmen wir einfach das Ablutschmesser – das Baby braucht schließlich auch ein Buch!”, sprach das Kind, lief zum Esszimmer und brachte das hier:

Messer ohne Klinge
Ein Hoch an der Stelle auf den, der diese Plastikmesser ohne Klinge erfunden hat. Zwar bekamen wir damit den Bauch nicht aufgeschnitten, begnügten uns aber dafür damit, dem Kleinen durch die Bauchdecke hindurch eine Geschichte vorzulesen. Auf dass er bereits jetzt bestens vorbereitet sei auf ein Leben aus Baggern, Mähdreschern und Ballenpressen. Und einen Bruder, der ihn sehr lieben wird.

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Über den Autor: Kerstin
Kerstin ist Mama von vier wunderbaren Söhnen und einer redseligen unverwechselbaren kleinen Trulla. Sie baut Legotürme, stürmt mit wilden Playmobilpiraten kitschige Prinzessinnenschlösser und sucht täglich Antworten auf kuriose Kinderfragen.

5 Kommentare zu “Ein bisschen Wehen, ein Ungeborenes ohne Buch und vielleicht eine Thrombose”

  1. avatar frauschloe sagt:

    Thrombose wär echt blöd :-( Ich drück die Daumen, dass es nur Krämpfe sind. LG

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  2. avatar Lorelai sagt:

    Dein Mann ist zuhause? Luxus! :) Arbeitet er zuhause oder ist er Hausmann?

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  3. avatar margit sagt:

    Sehr häufig ist eine Thrombose der Venen (Phlebothrombose) speziell der tiefen Beinvenen. Schön auf dich aufpassen :) Lg Margit

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