Collage mit 4 Kindern

Warum ein Wochenbett Wochenbett heißt und …

… warum man es ernst nehmen sollte. Ich gehöre zu den Müttern, die bis zur Geburt gearbeitet haben – am Abend des 22.12.2012 erarbeitete ich die Vorzüge eines Produkts für den FAQ-Teil einer Webseite. Kurz später räumten wir die Wohnung ein wenig auf und wollten gerade Geschenke einpacken als die Wehen einsetzten (und ich packte auch noch ganz tapfer fast eine Stunde lang weiter ein). Wäre ich nicht selbständig, so wäre ich die sechs Wochen vor der Geburt wohl zuhause geblieben, wäre dem üblichen Nestbau nachgegangen, hätte Fotobücher der Kinder erstellt und alles wäre ein bisschen stressärmer gewesen. Mein selbstgewähltes Los der Selbständigkeit aber sorgte dafür, dass ich bis zum bitteren (?) Ende arbeitete. Wenngleich das bisweilen anstrengend war, war es trotz allen Stresses machbar und okay. Die Haushaltskasse wäre zumindest in der Theorie gefüllt worden, in der Praxis scheint mir, dass so kurz vor Weihnachten vielen das Geld ausgegangen ist und das Zahlen von Rechnungen in den Januar verschoben wurde.

Das wollte ich euch aber gar nicht erzählen, sondern vielmehr vom Wochenbett.

Das Wochenbett bezeichnet die Zeitspanne der sechs Wochen nach der Geburt. Es heißt deshalb Bett, weil durchaus empfohlen wird sich zu schonen und einen Gang zurückzuschrauben. Das bedeutet nicht, dass man sich sechs Wochen ins Bett legen muss oder soll, es bedeutet aber ebensowenig, dass man so weitermachen kann wie vor der Geburt. Und das sage ich aus ganz eigener Erfahrung.

Beckenbodenschmerzen und Wochenflussstau

Nachdem ich kurz vor Weihnachten ambulant entbunden habe und nach wenigen Stunden schon wieder zuhause war, fühlte ich mich gut, richtig gut. Ich war fit, dieser Bauch war weg (oder zumindest das, was ihn ausfüllte, – die mehrere Zentimeter dicke, wabbelige Außenhülle begleitet mich immer noch), ich hätte Bäume ausreißen können. Und tat es. Nicht im Sinne dieser meterhohen Gewächse mit einer Krone, aber im Sinne von meterhohen Bergen von Wäsche zum Beispiel. Ich trug – wie vorher – meine Kinder und dachte, das liefe alles ziemlich rund. Tat es aber nicht. Keine zwei Tage später erhielt ich die Quittung und die nicht nur in Form von ordentlichen Bauchschmerzen (oh, hallo, ich habe noch einen Beckenboden), sondern auch in Form eines Wochenflussstaus. Letzterer kann zufällig entstanden sein, denn ich kenne die Geschichte bereits aus den letzten beiden Schwangerschaften, ebensogut kann Auslöser allerdings auch Stress sein. Jedenfalls kämpfe ich gerade mit heißen Bädern, Wärmflaschen, Heizkissen, Senfsaat und Haarbüscheltee Hirtentäscheltee und nicht zuletzt mit Ruhe (was nicht nur nicht ganz einfach ist, sondern mir auch nicht so einfach fällt).

Mama muss nicht perfekt sein

Was ich mir bereits beim zweiten Kind abgewöhnt habe, ist der Hang nach Perfektion. Ein Leben mit Kindern ist nie perfekt und wenn eines guten Gewissens hinten anstehen kann, dann ist es der Haushalt. Man muss nicht vom Boden essen können, die Fenster dürfen gerne wochenlang ungewischt sein und die Armaturen müssen die ersten Tage und Wochen nicht glänzen. Es reicht, wenn der Kühlschrank voll ist, der Boden alle paar Tage gesaugt wird und man überhaupt noch etwas zum Anziehen hat – und wenn das nicht der Lieblingspulli ist, überleben wir das im Zweifelsfall auch.

Und um es nicht zu vergessen: Weder der kleine Zwergenkönig noch seine Geschwister werden je sagen müssen oder können, dass ihre Kindheit so schön war, weil der Boden immer so glänzte oder die Fenster immer sauber waren. Sie war vielleicht deshalb schön, weil wir uns Zeit genommen haben, auf unsere Kinder einzugehen, weil wir sie von Geburt an begleitet haben und da waren und weil der Haushalt in dem Fall an Platz 5 oder 6 der Prioritätenliste landete. Insofern: wir gewöhnen uns immer noch ein und lernen uns kennen. Mit viel Ruhe und weniger Stress. Nicht um des Wochenflusses willen (zumindest nicht nur), sondern um der Bindung willen. Und natürlich weil es so zauberhaft und wundervoll ist, einen kleinen Menschen auf seinen ersten Schritten im Leben zu begleiten.

Neugeborenes im KrankenhausWie ging es euch nach der Geburt?

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Über den Autor: Kerstin
Kerstin ist Mama von vier wunderbaren Söhnen und einer redseligen kleinen Trulla. Sie baut Legotürme, stürmt mit wilden Playmobilpiraten kitschige Prinzessinnenschlösser und sucht täglich Antworten auf kuriose Kinderfragen.

2 Kommentare zu “Warum ein Wochenbett Wochenbett heißt und …”

  1. avatar Themama sagt:

    Unser kleines Mädchen ist ja in der Nacht auf die Welt gekommen und weil sie nicht richtig geatmet hat kam sie direkt auf die Intensivstation. Das war natürlich sehr enttäuschend, denn ich hatte mich so sehr darauf gefreut sie auf den Arm zu nehmen. Nachdem ich dann den Vormittag geschlafen habe ging es mir schon besser und am Nachmittag sind wir dann unser Mädchen besuchen gegangen. Dabei war ich noch recht schwach auf den Beinen und hatte dann noch einen Kreislaufkollaps http://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_scratch.gif. Da fühlte ich mich tatsächlich stärker, als ich eigentlich war. Aber die Tage darauf fühlte ich mich eigentlich auch wieder recht fit und die Anstrengungen der Geburt schienen schon wieder länger her als es war. Auch nachdem wir dann zu Hause waren (unser Mädchen konnten wir auch nach 6 Tagen mitnehmen) fühlte ich mich gut. Ich hab sogar den Haushalt relativ gut in Schuss halten können http://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yes.gif. Also bis auf den ersten Tag nach der Geburt, wo ich noch etwas wackelig auf den Beinen war hatte ich soweit keine Probleme.

    Liebe Grüsse
    Themama http://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_bye.gif

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  2. avatar Sarah sagt:

    Irgendwie erinnert mich das alles sehr stark an meine letzte Schwangerschaft..
    Dazu muss ich sagen das ich unendliche Panik (ja auch beim 4Kind) vor der Entbindung hatte. Und was ganz ganz schrecklich für mich ist sind Krankenhäuser. Ein Horror dort tagelang zu liegen.
    Bis zuletzt habe ich sauber gemacht, Wäsche gewaschen und ja sogar Gardienen aufgehangen, sehr zum leidwesen meines Mannes :http://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_smile.gif
    Mir ging es super die ganze schwangerschaft über. Auch am Stichtag ging es mir blendet. Tagsüber noch mit den Kindern gespielt , einkaufen gewesen und so weiter. Abends noch ein schönes Bad. Dann ging es ab auf die Couch und da merkte ich so langsam aber sicher das sich wehen anbahnen. Aber wie Sarah eben ist, wir warten http://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif
    Bis zum bitteren Ende. Dieser war das ich meinen Mann anschaute und an meinem Blick musste er schon seinen Auftrag erkannt haben und hat ihn auch sofort ausgeführt. Krankenwagen und das zügig, während meine Beste Freundin (die sicherheitshalber bei uns war wegen unseren anderen Zwergen, weil Mann musste mit ins Krankenhaus) mir Handtücher holte weil meine Fruchtblase gerissen ist.
    Der Krankenwagen ließ sich allerdings irgendwie gefühlte 5 stunden zeit.
    Im Krankenwagen liegend sagte man mir dann das es wohl bald soweit ist und wenn ich Pech/Glück wie man es sehen möchte, mein Baby auf der Bundesstraße zwischen X und Y bei Kilometerstand bla bla bla zur welt bringe. Ähm das wollte ich dann wirklich nicht also riss ich mich zusammen, das ging gut bis wir das Gelände vom Krankenhaus (20km) erreichten. Bis auf die Entbindungsstation habe ich es nicht mehr ganz geschafft. Unser Nesthäckchen kam im Fahrstuhl zwischen dem 2 und 3 Stockwerk zur Welt :) Hauptsache nicht auf der Bundesstraße http://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif
    Nach Hause durfte ich nicht gleich aber immerhin 2 Tage später

    Liebe Grüße Sarah

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