Wie ist das eigentlich bei euch? Teil 1: Ausflüge mit dem Fahrrad

Wie ist das eigentlich bei euch? Teil 1: Ausflüge mit dem Fahrrad

Immer wieder erreichen mich ganz liebe Emails von euch oder Kommentare hier oder auf unserer Fanpage. Bei einem großen Teil der Fragen geht es um unser Auto oder unsere Kindersitze (es fahren nach wie vor alle fünf Kinder rückwärts!). Viele von euch erzählen aber auch, dass sie selbst mit vielen Geschwistern aufgewachsen sind oder sie auch mehr als die üblichen 1,4 Kinder haben. Ich freue mich immer sehr über eure Rückmeldungen und habe mir überlegt, dass ich Fragen, die häufiger auftauchen, jetzt hin und wieder auch öffentlich beantworten werde. Im Sommer wurden uns zum Beispiel ganz viele Fragen zu unseren Fahrradausflügen gestellt, insbesondere auch zum Fahrradanhänger (Was ist das für einer? Was kostet der? Wie macht ihr das?), so dass ich darüber ein wenig erzählen möchte. Und ja, ich weiß, dass bald Weihnachten ist – seht es mir nach.

Im Herbst im Wald
Unterwegs mit 5 Kindern und den Fahrrädern

Wie ist das eigentlich bei euch?
Heute: Radfahren mit fünf Kindern

Unsere Kinder sind aktuell 8 Monate, knapp 2 Jahre, 3,5 Jahre und bald 5 und 6 Jahre alt. Die großen Jungs fahren mit ihren Rädern schon sehr sicher, die Trulla kann ein wenig Radfahren, ist aber unser Sorgenkind bei Ausflügen (mehr dazu später) und die kleinen Jungs fahren immer im Fahrradanhänger mit. Der Zwerg düst zwar zuhause gerne mit dem Bobbycar oder dem Mini-Motorrad herum, für Ausflüge ist er uns aber zu langsam (und wir wollen nicht alle drei Meter anhalten, um Blätter aufzusammeln). Sein Flugzeug ist zwar auch sehr cool, die Räder sind allerdings nicht für Waldwege ausgelegt – und da sind wir relativ häufig unterwegs.

fliegen Laufrad Flugzeug

Die großen Jungs haben jeweils ein 14- bzw. 16/18“-Rad. Helme sind natürlich Pflicht – und darüber, dass die meisten Kinderfahrräder absolut nicht verkehrrsicher sind (und warum), werde ich mich an anderer Stelle einmal aufregen müssen. Die Trulla fuhr bislang mit dem Laufrad mit – das hat sich allerdings als nicht ganz so praktisch erwiesen. Im besten Fall fährt sie im kommenden Sommer so gut und sicher mit dem Rad, dass wir sie mit dem Fahrrad mitnehmen können wahlweise werden wir uns noch einen Fahrradsitz anschaffen oder eine Tandemstange (hat einer von euch einen Tipp für uns?).

Vorstellen wollte ich euch aber unseren Fahrradanhänger, den Qeridoo Sportrex2. Der wird deshalb für viele von euch interessant sein, weil er einmal preislich attraktiv ist und zum anderen mit den vielfach und vielerorts empfohlenen Marken der teure(re)n Hersteller in unseren Augen gut mithalten kann. Von niedrigpreisigen Alternativen aus dem Discounter oder Supermarkt haben wir aufgrund der schlechten Erfahrungen von Freunden und Verwandten bewusst die Finger gelassen.

Qeridoo Sportrex2

Baby in der Weberschale
Beim Laternenumzug durfte der Anhänger natürlich auch nicht fehlen!

Die Marke Qeridoo kannten wir bereits aus dem Reboarderbereich. Insbesondere mit dem Cradle Me hat Qeridoo einen Pseudo-Reboarder (bis 13 Kilo rückwärts) auf dem Markt, der von Eltern gerne für Sprösslinge gekauft wird, die der Babyschale entwachsen sind, aber weiter rückwärts fahren sollen. Er bietet deutlich mehr Beinfreiheit als eine handelsübliche Babyschale, ist mit einer UVP von 159 € allerdings ein ganzes Stück günstiger als ein „echter“ Reboarder. Kleine, leichte Kinder können mit dem Sitz gut 2-3 Jahre rückwärts fahren.

Der Anhänger Qeridoo Sportrex2 ist einer von drei Fahrradanhängern der Marke. Daneben gibt es noch das Modell für ein Kind (Sportrex1) und den Speedkid2. Zwischen dem Vorgängermodell und dem aktuellen gibt es indes einige Unterschiede, die ihr hier auf der Seite gesammelt nachlesen könnt (sie sind jeweils mit „Neu“ gekennzeichnet).

Allgemeine Daten zum Sportrex2

Fahrradanhänger für zwei Kinder

Beim Qeridoo Sportrex2 handelt es sich um einen Fahrradanhänger für bis zu 2 Kinder. Er kann entweder als Anhänger am Fahrrad benutzt werden oder einzeln als Kinderwagenersatz. Er ist in den Farben Blau, Grün und Orange erhältlich und gehört mit einer UVP von 379 € ins mittelpreisige Segment. Vorab: Wir lieben ihn sehr. Der Sportrex2 hat uns bislang auf vielen Fahrradausflügen begleitet, er dient als Kinderwagen für unsere Waldspaziergänge und kommt auch z. B. zu Veranstaltungen (Laternenumzug, Kirche o. ä.) mit.

Daten und Fakten:
Ich zähle hier nur die wichtigsten Daten zum Anhänger auf, den Rest könnt ihr auf der Webseite nachlesen:
– Der Sportrex2 ist ein Fahrradanhänger für 1-2 Kinder (für Babys kann die Weberschale genutzt werden),
– Die Rahmenkonstruktion ist aus Alu, das Verdeck mit Sichtfenstern aus widerstandsfähigem gewebten 600 D Polyeter-Faser Obermaterial und aus höchststrapazierfähigem 1680 starken Nylon,
–  der Anhänger wird inklusive Mückennetz und Regenschutz geliefert.

Fahrradanhänger nah

Gewicht des Anhängers: 11,5 Kilogramm.
Zulässiges Gesamtgewicht: 60 Kilogramm.
Breite von Rad zu Rad: 92 cm.
Für bis zu 2 Kinder zwischen 0 und 18 Kilogramm bzw. bis etwa 116 cm Körpergröße (etwa 5-6 Jahre).

Die Montage des Anhängers war kinderleicht und bereitete uns keine Probleme, weswegen ich darauf auch nicht weiter eingehe.

Mit dem Sportrex2 unterwegs

Um euch mal zu zeigen, dass – theoretisch – sowohl unser Großer als auch der Zwerg mitfahren können, haben wir den Besserwisserboy kurz in den Anhänger genötigt. Er passt mit seinen knapp 120 cm gerade noch so unter die Kopfstütze und in die Gurte. Der Anhänger ist auf beiden Seiten mit einem 5-Punkt-Gurt ausgestattet, der der ECE 44/03 entspricht. Die Kinder lassen sich ganz einfach anschnallen und der fast 2jährige kann sich schon alleine abschnallen (das macht er nur auf Zuruf!).
Der Kleinste liegt bequem in der Weberschale. Gegen die schlechte Laune des Großen half das Fahrrad, Otto strahlt in seiner Schale regelmäßig, gluckst glücklich oder – noch viel wahrscheinlicher – er schläft.

Besserwisserboy unterwegs
Einmal groß, einmal klein, alles passt in den Anhänger rein. =)

 

Der Anhänger wird mit einer Kupplung an das Fahrrad gespannt. Das System aus Deichsel und Kupplung garantiert, dass der Anhänger nicht umfällt, wenn das Fahrrad – aus welchen Gründen auch immer – kippt. Der Sportrex2 ist mit einem Wimpel und reflektierenden Flächen ausgestattet, so dass er nicht übersehen werden kann. Außerdem hat er eine Feststellbremse, die unten am Rahmen liegt. Diese ist leider nicht so gut erreichbar und ist ein kleines Manko in unseren Augen. Sie lässt sich nur schwer betätigen und mit der Hand wieder ausrasten.

Wir fahren in aller Regel bei Wind und Wetter (von Sturm abgesehen) – dank des integrierten Mückenschutzes und des Regenschutzes stören uns weder Insekten noch ein kleiner Regenschauer. Diesem hält der Wagen problemlos stand, für schlechteres Wetter bietet Qeridoo noch einen gesonderten Wetterschutz an.
Unsere Kleinen und auch unser Proviant sind vor Zugluft und Nässe geschützt. Der Sportrex2 hat eigens für den Kram, den man mit Kindern immer mit sich schleppt (Sandspielzeug, Essen, Trinken, Wechselklamotten etc.) zwei Innenfächer und auch ordentlich Stauraum hinter den Kindersitzen.

Fahrrad mit Anhänger
Los geht’s! Ich bin bereit.

Wie fährt es sich denn so mit Fahrradanhänger?

Unsere einzige Vorerfahrung mit einen Anhänger rührt aus einem Urlaub im Jahr 2011. Damals waren wir mit den drei (damals) Kleinen im Urlaub an der Nordsee und hatten uns einen Fahrradanhänger geliehen. Seitdem war immer klar, dass wir unbedingt einen brauchen, allerdings hätten wir bis vor kurzem eher zwei davon benötigt. Den Traum von einem Fahrradanhänger haben wir uns bewusst erst in diesem Sommer erfüllt, weil die Jungs nun Radfahren können und auch die Trulla einigermaßen mobil ist. So lassen sich Ausflüge mit dem Rad gut mit einem Anhänger umsetzen.

Der Sportrex2 macht sowohl auf dem Radweg als auch auf Waldwegen eine gute Figur. Die Federung des Anhängers ist bombastisch gut, auf dem Rad bzw. am Fahrrad selbst merken wir ihn kaum, er ist sozusagen federleicht. Die Kinder sitzen bequem und haben auch seitlich genügend Platz. Die Weberschale lässt sich nicht ganz so einfach befestigen, für kleine Babys gibt es aber sonst keine Möglichkeit, sie auf dem Rad zu transportieren. Dem Kleinsten gefällt es im Anhänger auch super und er schläft dort noch einen Ticken besser als im Kinderwagen.

Der Sportrex fährt sich wunderbar angenehm und leichtgängig. Das Gewicht der Kinder ist kaum zu spüren, holprige Wege gleicht die Federung super aus.

Der Sportrex 2 als Buggy

Sportrex2 von hinten

Der Anhänger lässt sich in Windeseile in einen Kinderwagen umbauen. Die Deichsel wird weggeklappt und das Rad mit dem Schnellspanner eingehakt – schon ist der Sportrex ein vollfunktionsfähiger Buggy. Die Höhe des Schiebers lässt sich in Stufen zwischen 74 und 107 cm einstellen – da können nicht nur wir als Eltern, sondern auch die Kinder gut schieben. Das Buggyrad ist aus Vollgummi, der Sportrex sehr sehr wendig und einfach zu handhaben. Dahingehend war ich am Anfang wirklich erstaunt, das hätte ich von einem Fahrradanhänger so auch nicht erwartet. Unsere Haushaltshilfe äußerte sich letzte Woche auch ganz positiv über den „kinderleichten Kinderwagen“, der „so viel Platz bietet“.

Ich kann den Sportrex2 jedem von euch empfehlen, der auf der Suche nach einem bezahlbaren, hochwertigen Fahrradanhänger ist, der sich gut schieben und ziehen lässt. Wir sind total begeistert und überlegen, vielleicht doch noch einen zweiten zu kaufen.

Und wie organisiert ihr euch unterwegs?

Zwei Fahrräder und ein Laufrad
Und es war Sommer…

Meistens hängt der Anhänger an Carstens Fahrrad. Wir teilen uns bei Ausflügen auf – einer von uns fährt voraus, der andere hinterher. Dies hat einfach damit zu tun, dass wir unterwegs kein Kind verlieren wollen und wir so die drei Kinder zwischen uns gut im Blick haben, falls sich zum Beispiel mal einer weh tun sollte. Ab und zu fährt einer der Jungs voraus – dabei sprechen wir immer ab, wo gewartet wird. Das klappt alles so wunderbar bis unsere kleine Trulla über einschlafende Arme oder Beine klagt. Leider ist so ein Fahrrad-Fahrradanhänger-Laufrad-Ausflug nicht ganz so perfekt, so dass wir zuletzt eher Ausflüge zu viert gemacht haben als die drei größeren Kinder im Kindergarten waren. Auf kürzeren Strecken (bis zu 3 km etwa) können wir schön gemeinsam fahren. Danach legen wir meist eine Pause im Wald ein und sammeln dann die Blätter und Zweige, die der Zwergenkönig schon die ganze Zeit im Anhänger lautstark ausgerufen hat. Da der Winter noch recht mild ist, waren wir auch in den letzten Wochen noch recht häufig unterwegs, wir freuen uns aber dennoch auf den kommenden Sommer und dann vielleicht auch auf drei Radfahrkinder.

Wie organisiert ihr euch mit mehreren Kindern und Fahrradausflügen?

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Kerstin ist Mama von vier wunderbaren Söhnen, einer redseligen kleinen Trulla und der Dezemberhexe. Sie baut Legotürme, stürmt mit wilden Playmobilpiraten kitschige Prinzessinnenschlösser und sucht täglich Antworten auf kuriose Kinderfragen.

4 Kommentare

  1. Wir haben auch einen Sportrex….allerdings nach wenigen Tagen von 2 auf 1 umgetauscht, da wir gemerkt haben, dass der Große eh nicht lang damit mehr mitfahren könnte. Er kann ja eh selbst fahren :) Ansonsten haben wir ja altersbedingt nicht das Problem mit dem Rad fahren.

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    • Hätte euer Großer das noch mitgemacht? Für unseren Großen war es am Anfang noch interessant zum Probesitzen, unsere Nummer 2 mag schon nicht mehr mitfahren („Aber ich kann doch schon selbst fahren!“), die Trulla dagegen schon eher. Wir überlegen wirklich, ob wir nicht doch noch einen zweiten brauchen… Brauchen wir? Wollen wir?

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      • Klar, das faule Ding (ich darf das sagen) hätte das schon gerne gewollt ;-) aber Rad fährt er auch gern. Aber so kutschieren lassen wie ein echter Prinz, das hätte ihn wohl gefallen.

        Bei den anderen Kindern hatten wir ja einen Sitz für vorn, den gibt es auch noch und den werden wir ab dem Frühjahr wieder nutzen. Ich finde den Anhänger zwar gut, aber letztlich ist es schneller mit dem Sitz. Aber ich bin ja auch nicht in eurer Situation….deshalb kann ich es nicht sagen.

        Liebe Grüße
        Fränzi

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  2. Hallo. Wir sind auch begeisterte Radfahrer. Wir fahren mit zwei Familien, also vier Erwachsene, 1 Teenager, 4 Kinder (5 Jahre, 2 x 4 Jahre, 2 Jahre) und ein Baby 4 Monate plus einem großen Hund.
    Wir haben zwei Kinder-Anhänger mit insg. vier Plätzen und einem kleinen Lastenanhänger. Alle Kinder (bis auf das Baby) haben ihre (Lauf-)Räder dabei und fahren die Strecken, die sie schaffen. Bei Erholungsbedarf wird das Rad auf den Lastenanhänger gepackt und das Kind sucht sich ein freies Plätzchen im Kinderanhänger.
    Aufgrund des Hundes fahren wir gerne bei niedrigeren Temperaturen, da ab 20 Grad plus für Hunde das Laufen zu anstrengend wird.
    Wir sind eine bunte Truppe mit viel Trubel und fallen immer ein bisschen auf, aber den Spaß möchte keiner missen.
    Herzliche Grüße

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