Passend zu unserem Bücherthema innerhalb der Eltern-Kind-Blogparade habe ich heute einen ganz besonderen Artikel für euch: Die liebe Maja hat mir einen ganz wunderbaren Artikel zum Thema Kinderbücher zukommen lassen.
Maja und das Pusteblumenbaby kennen einige von euch schon durch die Parade, wer sie noch nicht kennt, der sollte unbedingt einen Blick auf ihren Blog werden – neben spannenden, berührenden und interessanten Artikeln rund ums Kind und Mamasein in einem erfrischenden, witzigen und sehr sympathischen Schreibstil könnt ihr dort außerdem tolle Fotos anschauen – es lohnt sich!

5 Kinderbuch-Tipps für Kleinkinder und ihre konsumüberforderten Eltern
Welches Buch macht mein Kind glücklich?

Hallo ich heiße Maja, bin 24 Jahre alt, die Autorin von Pusteblumenbaby.de und Mutter einer kleinen Mrs. Jekyll und Mrs Hyde, die im April zwei Jahre alt wird und hoffentlich bald ihre Staatsbürgerschaft als Wutbürger aufgibt.
Ich würde euch heute gerne etwas zu dem beliebtesten Medium für Kleinkinder, direkt nach dem Fernseher erzählen. Zugegeben, wahrscheinlich kommt vorher noch die Wii und die Playstation, aber direkt danach kommt schon das Buch. Das Buch hat ja eine besondere Funktion, denn unser Kind soll sich ja bald in die Abgründe der Vernunft begeben, aber manchmal soll das Buch auch einfach den Eltern Erleichterung verschaffen oder einen grauen Nachmittag verschönern.

Welches Kinderbuch also kaufen?


Im Prinzip ist die Sache mit dem Buch ja ganz einfach, da auf jedem Buch drauf steht für welches Alter es geeignet ist. Okay das steht nicht auf allen Büchern, aber dann hilft auch schon mal eine Analyse des Titels. Auch ohne Studium ist jeder Mutti klar, dass Bücher mit dem Titel „Menschenfresser“, „Blutiges Erwachen“ oder „Nachts, wenn du schläfst…“ keine guten Bücher für Kinder sind. Warum ich so etwas Selbstverständliches dann aber schreibe? Nun, den Autoren ist das oftmals nicht klar:

Nun gut also kommen wir mal zu dem schwierigen Teil beim Buchkauf: Ist jedes Kinderbuch gleich interessant für unsere Kleinsten? Welches eignet sich besonders gut? Meiner Erfahrung gibt es bei Kinderbüchern gewaltige Unterschiede. Meine Tochter und ich haben da in unserer Vorlesekarriere schon so einige Kinderbücher getestet.

Was macht also ein gutes Kleinkinderbuch aus?
Besonders unsere Kleinkinder leben in einer Bücherwelt, die mindestens zu 50 Prozent aus Tieren besteht. Die Tiere gehen auf das Töpfchen, die Tiere putzen sich die Zähne, die Tiere machen Picknick, die Tiere kochen andere Tiere zum Mittag, die Tiere spielen verstecken, die Tiere tun alles, was Mama, Papa, Oma und Opa auch machen. Allgemein betrachtet ist das für kleine Kinder auch sehr spannend. Sie wollen dies ja auch alles lernen und finden den Alltag im Gegensatz zu uns noch interessant. Wird ihnen die „kunterbunte“ Welt der Erwachsenen jedoch von Tieren ohne „richtige Augen“ dargestellt, so finden sie das Buch schon mal genauso spannend wie einen schwarzen Kiesel, der zwischen vielen weiteren Kieseln liegt. Für Kinder sind große Augen besonders wichtig, denn gerade das weiß in unseren Augen hat eine soziale Funktion. So lässt es uns bei anderen Menschen erkennen, wohin die Absichten des anderen sich richten. So erkennen zum Beispiel alle in unserer WG immer, wenn ich, Maja, noch Hunger auf das letzte Stück Kuchen hat. Bei guten Kinderbüchern wird daher das Auge nicht nur mit einem schwarzen Punkt dargestellt. Es ist mindestens ein Kreis, mit weißer Füllung und einer schwarzen Pupille. Dieses so einfache Detail kann den Unterschied zwischen einem Hit und einem Reinfall ausmachen. Mein Kleinkind mag besonders Bücher (vor allem als sie noch ganz jung war), in denen dies der Fall war. Ein zweiter Punkt, der gerade bei kleinen nicht zu unterschätzen ist, ist die Tatsache, dass auch eine Hauptperson immer wieder vorkommen sollte. Früher habe ich mit meinem Kind daraus ein Suchspiel gemacht und auf jeder neuen Seite wieder die Hauptperson gesucht. Wie das aussah könnt ihr euch hier in diesem Video anschauen:

Ein weiteres Highlight sind Alltagsdinge und Gegenstände, die sie selber kennt. Ein Tierakteur, der in einem bunten Kinderzimmer sitzt und malt, ist viel interessanter für meine Tochter als ein Pferd, das in einer abstrakten, grau-weiß-grünen Landschaft sitzt und lernt auf das Töpfchen zu gehen. Wir haben uns ein solches abstraktes Töpfchen-Bilderbuch aus der Bibliothek ausgeliehen, da ich es für interessant hielt (so aus der Mama -Sicht). Ich dachte: „Toll! Lustige Tiere mit richtigen Augen, die aufs Töpfchen gehen, wie pädagogisch wertvoll.“ Leider sieht mein Kleinkind das ganz anders. Da steht zwar ein lustiges Pferd im Bild, aber sonst passiert da echt kaum was, außer dass das irgendwie einen merkwürdigen Fetisch hat und einen komischen Gesichtsausdruck macht, wenn es auf dem Töpfchen sitzt. Das Highlight ist das Ende, wo dann alle Tiere aus dem Bilderbuch auf dem Töpfchen sitzen, aber ansonsten, nicht besonders bunt, alltagsmäßig und vertraulich gestaltet, in die Welt dreinblicken. Stattdessen haben nur alle einen verstörten Ausdruck im Gesicht. Schlagzeile: Töpfchenbilderbuch macht Kinder pervers. Ava findet das Buch kurzum doof und ich muss sagen Erziehung und Lernen wird nicht erzählt, sondern praktisch gestaltet. Ein Bilderbuch ersetzt das Töpfchenüben nicht, deswegen sucht eher ein Kinderbuch, wo ihr glaubt mit euren Kindern gut zu interagieren. Nun gut, das kurze bisschen zu meinen praktischen Erfahrungen. Ich habe euch mal noch 5 Tipps zusammengefasst.

5 Buch Tipps für konsumüberforderte Eltern

1. Kinder mögen es, wenn die Tiere und Menschen in ihren Büchern richtige Augen haben. Das heißt das Auge ist weiß mit schwarzer Pupille anstelle eines schwarzen Punktes.
2.
Kinder mögen es, wenn sie Dinge, die sie schon kennen auch im Buch wiedersehen, so kann ein Buch mit einem Kinderzimmer oder einem Spielplatz sehr interessant sein.
3.
Abstrakte dargestellte Dinge oder auch ein unscharf gezeichneter Hintergrund sind für Kinder nicht so das Highlight. Das weckt einfach nicht ihr Interesse, es sei denn sie heißen Picasso.
4. Wenn nun deine Kinder kleine Bücherwürmer sind, die sofort erkennen, wenn du ihnen ein schon mal gelesenes Buch unterjubelst, dann kann auch die Bibliothek Abhilfe schaffen. Bücher ausleihen ist viel schöner als eins zu kaufen, da wir uns ruhig den ein oder anderen Fehltritt erlauben können. Zudem ist es günstiger und eure Kinder können alle Bücher schon in der Bibliothek testen, ohne dass ihr mit hochrotem Kopf versucht die Unversehrtheit der unberührten blütenreinen Seiten im Kaufladen zu erhalten.
5.
Reines Vorlesen finden die kleinsten nicht so spannend, lasst sie mitmachen, mitsuchen und erzählt eure eigene Geschichte zu den Bildern und zeigt auf Dinge, die sie schon kennen. Da war’s: Ich hoffe die Tipps waren hilfreich und vielen Dank an die Testmama, dass sie mich hier einen Gastartikel schreiben lassen hat. Ich würde mich freuen, wenn ihr mal bei mir auf www.Pusteblumenbaby.de vorbeischaut. Weitere Tipps für Kinderbücher findet ihr dort auch.

Über 7 Brücken musst du gehen...

Danke für die tollen Tipps, liebe Maja!