Familien im Interview I: Frl. Null.Zwo

Familien im Interview I: Frl. Null.Zwo

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Wir haben kürzlich die Aktion „Familien 2017“ gestartet und möchten unbedingt erfahren, wie Familien heutzutage ticken, was sie über sich erzählen, wie sie die anderen sehen und wie sie von anderen gesehen werden.

Wo gibt es Missstände, wie sehen sie und ihre Zukunft aus und was würden Eltern werdenden Eltern heute raten, wenn sie noch einmal das erste Kind bekämen?

Familien im Interview I: Frl. Null.Zwo

Logo Familie PatchworkDie erste Interviewpartnerin, die uns Rede und Antwort stand, ist Fräulein Null Zwo. Sie lebt mit vier Kindern und ihrem Mann in einer Patchworkfamilie.

Lest jetzt, warum Verzicht ganz schön glücklich macht und wieso eine sechsköpfige Familie zwar nicht gewöhnlich ist, aber trotzdem ziemlich normal!

 

 

Wer gehört zu Deiner Familie und warum? Bitte stelle Euch vor!

Unsere Kernfamilie besteht aus mittlerweile 6 Personen: 4 Kinder im Alter von 0 bis 7 Jahren (Sonnenkind von 08/2016, June von 06/2014, Bub von 11/2012 und Tochterkind von 09/2009) sowie ich und mein Mann, der allerdings nicht der Vater meiner ältesten Tochter ist.

Wie sieht eine moderne Familie für Dich aus? Seid ihr DIE Familie 2017?

Modern sind wir als Patchworkfamilie auf jeden Fall. Außerdem war ich bis zur Geburt von Kind 4 mit 80% in meinem Job tätig und mein Mann kann einen Teil seiner Arbeitsstunden im HomeOffice verbringen. Wir teilen uns die sonstige Arbeit ebenfalls, auch wenn der eine eher für dies und der andere eher für das zuständig ist.

Aber ob wir jetzt DIE Familie 2017 sind, kann ich nicht beurteilen… Wir haben 4 Kinder, das ist nicht gewöhnlich. Andererseits leben wir mit den gleichen Problemen wie Familien mit nur 2 Kindern.

Hätte ich Dich vor 10 Jahren gefragt, wie Du heute lebst, was wäre Deine Antwort gewesen?

Vor 10 Jahren war ich gerade mit meinem Studium fertig und meine damalige Beziehung festigte sich. Daher hätte meine Antwort wohl gelautet: als Familie, vielleicht sogar in einem Haus und hoffentlich auch mit Job. Aber Hauptsache, glücklich!

Wie hat sich Eure Paarbeziehung verändert, seid Ihr Kinder habt?

Paarzeit mit meinem jetzigen Partner war von Anfang an knapp und wurde mit wachsender Kinderschar noch knapper. Da wir beide aber schnell Kinder wollten und uns klar war, was Familie bedeutet (nämlich vor allem auch zeitweiser Verzicht), empfinden wir das momentan nicht als Mangel. Umso mehr genießen wir überraschende kleine Auszeiten im Alltag – auch wenn ich manchmal sehnsüchtig an ein ganzes Wochenende auf dem Sofa denke ;)

Was würdest Du Dir selbst raten, wenn Du Dein erstes Baby noch einmal bekämst?

Das jede Phase (doofe wie schöne) endlich ist und irgendwann vorbeigeht. Damals konnte es mir manchmal nicht schnell genug gehen und nachher war ich traurig, als mein kleines Baby den 1. Geburtstag feierte und schon laufen konnte! Mehr Freundschaften unter Mütter hätten mir außerdem gutgetan, da hätte ich aber wohl in der Schwangerschaft schon mehr Kontakte knüpfen müssen.

Logo Kinderfüße Familie Zwo Null
© Frl. Null.Zwo

Du strandest mit Deinem Kind bzw. Deinen Kindern auf einer einsamen Insel: Welche drei Dinge nimmst Du mit? (Du darfst keine Personen mitnehmen!)

Eine Waschmaschine (die mit Solarenergie läuft), ein gutes Messer und ein tolles Kinderbuch

Lassen sich Kind(er) und Karriere vereinbaren? Und falls ja: Wie schaffst Du das?

Kinder und Karriere lassen sich meiner Meinung nach nicht vereinbaren. Für eine richtige Karriere benötigt man momentan immer noch zu viel Präsenz und Leistung fast rund um die Uhr. Man kann natürlich daran arbeiten, dass Kinder nicht zum Karriereknick werden, aber der Tag hat eben nur 24 Stunden – irgendetwas bleibt also auf der Strecke. Je mehr Kinder, desto schwieriger wird es außerdem.

Was würdest Du ändern, wenn Du Familienminister wärst? Welche Regelung würdest Du abschaffen und welche unbedingt einführen? 

Ich würde mir wünschen, dass Eltern und Kinderlose in der Arbeitswelt gleichberechtigt behandelt werden müssen und dass Care- Arbeit einen ebenso hohen Stellenwert bekommt wie Erwerbsarbeit. Ein lebenslanges Arbeitszeiten- bzw. Stundenkonto fände ich toll: in das zahlt man in gewissen Phasen mehr ein und in anderen kann man sich an den Stunden bedienen. Und eine 30Stunden- Woche sollte bei Eltern als Vollzeit gelten!

Was wolltest Du in Bezug auf Deine Kinder auf keinen Fall tun und hast es trotzdem gemacht?

Den Fernseher als Babysitter benutzen… Aber manchmal geht es nicht anders und dann läuft eine DVD, damit wir in Ruhe etwas erledigen oder uns einfach auch mal ausruhen können. Momentan hadere ich ein wenig damit, dass ich nicht immer den Bedürfnissen jeden Kindes gerecht werden kann. Gewisse Dinge fallen hinten über, da mein Tag auch nur 24 Stunden hat (aber das wirst Du wahrscheinlich auch kennen).

Wenn ich Dich in 10 Jahren frage, ob Du vor 10 Jahren glücklich warst, was würdest Du antworten?

 Aus tiefstem Herzen: Ja!

 

 

Frau läuft
© Frl. Null.Zwo

Mehr über Frl. Null.Zwo und ihre Familie findet ihr hier:

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Du möchtest unser Interview-Partner sein? Lies hier mehr zu unserer Aktion „Familien im Interview“!

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Kerstin ist Mama von vier wunderbaren Söhnen, einer redseligen kleinen Trulla und der Dezemberhexe. Sie baut Legotürme, stürmt mit wilden Playmobilpiraten kitschige Prinzessinnenschlösser und sucht täglich Antworten auf kuriose Kinderfragen.

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