Im Grunde ist so eine Schwangerschaft, die im Winter endet, ziemlich praktisch: man erspart sich im Hochsommer den riesigen Kugelbauch, hat weniger Probleme mit Wassereinlagerungen, muss sich weniger Sorgen um eine Überhitzung des Kindes machen, weil es keine 30 °C im Kinderzimmer hat und kann die Wehen kurz vor der Geburt guten Gewissens mit ein paar Tonnen Zimtsternen vorantreiben. Was man mit einem Entbindungstermin rund um Weihnachten herum allerdings nur schwer hinbekommt, ist: planen und Vorfreude entwickeln.
Mein voraussichtlicher Entbindungstermin ist der 27.12.12 – das ist ziemlich nah an Heiligabend und vielleicht auch nicht unbedingt ein Geburtstag, den man sich für sein Kind wünscht. Für die perfekte Planung des Geburtstermins VOR Eintritt einer Schwangerschaft ist es jetzt zu spät und grundsätzlich ist natürlich auch ein Weihnachtskind bei uns willkommen, aber…

Ich erinnere mich noch sehr genau an das Jahr 2009 und den damals berechneten voraussichtlichen Geburtstermin am 21.12.09. Das war 3 Tage VOR Weihnachten und auch nicht besser. Den ganzen Dezember über konnte man Weihnachten nicht so recht planen, weil man nicht wusste, wann das Baby zur Welt kommen würde, ob man zu dritt oder zu viert feiern müsste, zuhause feiern wollte oder es am besten gleich ließe.
Es muss Anfang Dezember gewesen sein als ich beschlossen habe, dass wir Weihnachten feiern würden – komme was wolle. Ich habe Pläne geschmiedet, Rezepte herausgesucht, die Menüplanung übernommen und zu Carsten gesagt: „ich habe beschlossen, dass unser Kind nicht an Weihnachten kommen wird und ich in Ruhe vor der Geburt Weihnachten feiern will“. Ich lud sogar noch die Verwandtschaft ein, bei uns Weihnachten zu feiern und tatsächlich: an Heiligabend saß ich kugelrund vor einem hübsch geschmückten Weihnachtsbaum (mittlerweile angekommen in Schwangerschaftswoche 40+3). Und kaum waren die letzten Reste von Heiligabend weggeräumt, kaum war Weihnachten vorbei, platzte mitten in der Nacht die Fruchtblase, so dass unser 2. Sohn heute am 1. Weihnachtsfeiertag Geburtstag feiern darf.

Und was machen wir Weihnachten 2012?

Tannenbaum silber rot

Eine berechtigte Frage. Horche ich in mich hinein, so habe ich momentan überhaupt kein Gefühl dafür, wann unser Baby das Licht der Welt erblicken wird. Nachdem die beiden letzten Kinder jeweils an 40+4 geboren wurde, könnte es Silvester werden. Aber wie es so ist: man steckt nicht drin. Babys kommen dann, wenn sie bereit sind und nehmen dabei nur wenig Rücksicht auf die Vorlieben der Eltern.
Und dennoch vertraue ich auch in diesem Jahr darauf, dass sich der Kleine erst nach Weihnachten auf den Weg macht. Wir planen ein ganz besinnliches Weihnachten mit weihnachtlicher Musik, Kerzenschein und ein paar schönen Geschichten, die wir den Kleinen vorlesen wollen. Sollte es anders als geplant kommen, lesen wir das vier Kindern vor (und ganz zur Not nehme ich die Texte mit ins Krankenhaus und lese sie im Kreißsaal vor, dann schon aus Prinzip!). Ich mag ein besinnliches Weihnachten ohne Wehen und ohne Geburt erleben. Und ich bin guter Dinge, dass das klappen wird!

Insofern: her mit den Plätzchenrezepten, wir sind bereit für ein schönes Weihnachtsfest! Auf Einladungen verzichten wir dieses Jahr allerdings – ganz in Ruhe wollen wir feiern, ein letztes Weihnachten zu fünft, ein letztes Weihnachten mit zwei Jungs. Schön wird das, ganz bestimmt!