Hilfe, ich brauche einen Lektor!

Ich bin schwanger – und das gefühlt schon seit ungefähr 4 Jahren. Ich bin nicht sicher, ob es am Alter liegt oder an der so lange andauernden Zeit, in der ich abwechselnd entweder schwanger oder stillend war, aber meine Konzentrationsfähigkeit lässt bisweilen zu wünschen übrig. Und nicht nur das: es gibt immer häufiger Momente, in denen ich mich frage, wie man Wörter schreibt. Wörter, die ich früher ganz ohne nachzudenken problemlos buchstabieren konnte und bei denen ich heute den Duden zu Rate ziehen muss, um sicher zu gehen, dass ich sie korrekt schreibe. Daneben frage ich mich gerade, ob es in dem Fall nicht eher Worte als Wörter sind. Hättet ihr mich vor 5 Jahren gefragt, ich hätte euch sagen können, wann und in welchem Fall welches Wort angebracht und korrekt ist, aber heute…

Gries oder Grieß, wie viele „l“s, „r“s oder „s“ gehören in Karussell und wo muss eigentlich das Komma hin? Meine Hirnleistung wird jeden Tag schlimmer und immer häufiger muss ich solche Kleinigkeiten nachschlagen. Als ich vor einigen Jahren noch studierte, war ich selbst nebenberuflich bzw. neben meinem Studium als Korrektorin tätig, heute würde ich am liebsten jeden meiner Blogartikel noch einmal korrekturlesen oder stilistisch nachbessern lassen. Ich habe aktuell nicht nur Probleme mit der Rechtschreibung, sondern noch viel stärkere Wortfindungsstörungen. Wenn meine Kinder mich nach einem „Dings“ fragen, lasse ich mir erst einmal erklären, was sie damit meinen und stelle mich doof, ich selbst muss aber zur Zeit so oft nachdenken und komme trotzdem nicht darauf, wie mein „Dings“ eigentlich heißt. Carsten lacht schon jedes Mal, wenn ich so ganz einfache Dinge wie einen Dosenöffner oder eine Kaffeemaschine erklären muss, weil mir partout die Bezeichnung nicht einfallen mag. Ich bräuchte derzeit einen Lektor und Übersetzer zugleich, fürchte ich.

Lektorat im Studium

Apropos Studium: Die Beauftragung eines Lektors für studentische Aufgaben hingegen ist stark umstritten: viele glauben gar, dass es verboten wäre, seine Arbeit einem Lektor vorzulegen bzw. sie von einem solchem bearbeiten und verbessern zu lassen. Dies ist in den allermeisten Fällen mitnichten so. Ein Student versichert zwar zumeist unter der Arbeit, diese selbständig verfasst zu haben, dies schließt jedoch nicht aus, dass diese zusätzlich von einem Lektor bearbeitet wurde. Am Ende geht es zumindest als Gesamtpaket um die inhaltliche, wissenschaftliche Leistung und nicht um die Wortwahl oder die Rechtschreibung. Im FAQ-Bereich der Seite http://lektor.de könnt ihr das auch noch einmal konkreter nachlesen.

Ein Freund gab mir kürzlich einen 25seitigen Text zur Korrektur bzw. zum „Drüberschauen“ – der Freund ist durchaus intelligent und der deutschen Sprache mächtig, sein Problem ist eines der ganz anderer Art: er drückt sich seltsam aus. Dies äußert sich darin, dass er zwar deutsche Sätze schreibt, man ihm oder seinen Gedanken aber überhaupt nicht folgen kann. Er schreibt also ungefähr so wie ich aktuell denke. So oder so habe ich ihm geraten, sich an einen Profi zu wenden. Vor 5 Jahren hätte ich mir das selbst noch zugetraut, momentan bin ich froh mich selbst noch zu verstehen. Es scheint tatsächlich etwas dran zu sein an Schwangerschafts- und Stilldemenz. In diesem Sinne: frohes Dingsen!

Und jetzt sagt mir bitte, dass es euch in der Schwangerschaft bzw. Stillzeit auch so ging!

 

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
Hilfe, ich brauche einen Lektor!, 5.0 out of 5 based on 1 rating

Autor: .

Teilen
Vorheriger ArtikelKuschelwarme Winterstiefel von Cangorino
Nächster ArtikelDie Zahlen der Woche
avatar

Kerstin ist Mama von vier wunderbaren Söhnen, einer redseligen kleinen Trulla und der Dezemberhexe. Sie baut Legotürme, stürmt mit wilden Playmobilpiraten kitschige Prinzessinnenschlösser und sucht täglich Antworten auf kuriose Kinderfragen.

1 Kommentar

  1. Ach was! Ich habe das auch und bin weder schwanger, noch am Stillen.
    Das ist einfach das Alter ;-)

    LG
    Sabienes

    VA:F [1.9.22_1171]
    Rating: 0.0/5 (0 votes cast)

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_bye.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_negative.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_scratch.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wacko.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_heart.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_rose.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_smile.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_whistle3.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yes.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cry.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_mail.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_sad.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_unsure.gif 
https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif