Im Sommer wird davor gewarnt, Kinder im Auto zurückzulassen, weil ein in der Sonne stehendes Fahrzeug schnell zur Gefahr wird. Im Winter entfällt dieses Problem, dafür entsteht ein neues: Viele Kinder und Erwachsene fahren mit dicker Winterkleidung und sind deshalb schlecht gesichert. Dicke Winterjacken werden bei einem Aufprall stark zusammengepresst, so dass der Gurt nicht mehr nah am Körper anliegt und gerade die Kleinsten Gefahr laufen, aus dem Sitz geschleudert zu werden. Jedes Jahr wird vor diesem Problem gewarnt und diskutiert. Ich habe aus diesem Grund eine kleine Sammlung aus Links und Videos zusammengetragen und zeige ein paar Alternativen zur Daunenjacke auf.

Kein Schneeanzug im Kindersitz

Winterjacken und Schneeanzüge sind bestens dafür geeignet, Kinder vor Kälte zu schützen, wenn sie spazierengehen, im Garten spielen oder im Freien mit Freunden toben. Im Auto allerdings werden dicke Stoffe unter dem Gurt zur Gefahr. Auch der ADAC warnt regelmäßig im Winter vor den Gefahren zu dicker Jacken unter dem Sicherheitsgurt. Und warum dies so ist, könnt ihr z. B. auf den folgenden Seiten lesen:

„Untersuchungen zeigen, dass ein Gurt, der über einer dicken Winterjacke liegt, wertvolle Sicherheit verschenkt.“

Quelle: Focus

„Liegt der Sicherheitsgurt nicht eng am Körper an, ist der Unfallschutz beeinträchtigt, warnt die Dekra.“

Quelle: Auto-Service.de

„Voluminöse Winterkleidung verringert im Ernstfall die Wirksamkeit des Sicherheitsgurtsystems.“

Quelle: Cybex (Blog)

„Bevor der Gurt den Körper abstützen kann, muss erst die dicke Jacke zusammengequetscht werden. […] Es kommt zu höheren Belastungen für Hals und Bauch sowie zu einer höheren Vorverlagerung. Der Kopf droht, an den vorderen Fahrzeugsitzen aufzuschlagen.“

Quelle: Eltern.de

 

Schneeanzug für Mädchen

Die Trulla im Schneeanzug – aber bitte nicht im Auto

Keine Winterjacke im Auto – Videos

Crashtest in Winterkleidung

Im nachfolgenden Crashtest wird demonstriert, was passieren kann, wenn der Gurt nicht eng genug am Kind anliegt:

 

 

Winterjacke – Vorher-Nachher-Vergleich Gurte
Hier zeigt eine Mama im Vorher-Nachher-Vergleich, wie viel Spiel die Gurte bieten, wenn die Kinder im Auto eine dicke Jacke tragen. Der Stoff der Jacke wird bei einem Aufprall zusammengepresst, so dass der Gurt – wie im ersten Video eindrucksvoll demonstriert – keinen Schutz mehr bietet und das Kind bei einem Unfall im schlechtesten Fall aus dem Sitz geschleudert wird.

„Hilfe, mein Kind friert!“

Insbesondere Neugeborene und Babys frieren leicht. Viele Eltern schrecken deshalb davor zurück, ihren Babys und Kindern die dicke Jacken im Auto auszuziehen. Die Angst vor Verkühlung und Erkältungen ist groß, der Weg zum Auto braucht Zeit und es vergehen einige Minuten bis die Heizung im Fahrzeug warm ist. Oft sind kurze Wege bis dahin bereits zurückgelegt.

Es gibt ein paar einfache Lösungen, um das Kind ordentlich zu sichern ohne ihm eine dicke Jacke oder einen Schneeanzug im Auto anzuziehen.

Alternativen zu wattierten Winterjacken, Daunenjacken und Schneeanzügen im Auto:

1. Kleidung aus Fleece oder Wollwalk
Eine gute Alternative zu dicken und gefütterten Jacken sind Oberteile und Anzüge aus Fleece oder Wollwalk. Beide Materialien halten schön warm und sind dabei deutlich dünner als z. B. wattierte Daunenjacken oder dicke Wagenanzüge.

Fleeceoveralls bei Amazon

2. Overall über dem Gurt schließen
Erst die Gurte, dann den Fußsack schließen. Fußsäcke und Wagenanzüge mit Gurtschlitzen liegen eng am Körper an und können über dem Kind geschlossen werden. Außerdem bieten sich z. B. Einschlagdecken mit Schlitz oder Druckknöpfen an, die ebenso über den Gurten liegen. Oder Ponchos, die auch auf dem Weg zum Auto getragen werden können.

Einschlagdecke von byBUM bei Amazon (mit Druckknöpfen statt Gurtschlitz)
Einschlagdecke von Emitex bei Amazon (universal verwendbar dank Druckknopfsystem)
Fleecedecke von Hoppediz (mit Gurtschlitzen)

3. Die Lösung mit den weißen Jacken
Wer sich von seltsamen Blicken anderer Eltern oder Passanten nicht beirren lässt, zieht seinem Kind die Jacke im Auto verkehrtherum an. Das bietet den Vorteil, dass die Kinder nicht auskühlen, aber dennoch gut vom Sicherheitsgurt geschützt sind.

4. Ein Auto mit Standheizung
Haben wir leider auch nicht mehr, ist aber die einfachste, wenngleich nicht umweltfreundlichste Lösung. Wer eine Standheizung hat, muss seine Kinder lediglich auf dem Weg zum Auto bzw. zurück warm anziehen (oder 15 Sekunden frieren).

„Das ist mir alles zu umständlich!“

Zugegeben, teilweise sind die Lösungen insbesondere für Eltern, die nur kurze Strecken fahren und dabei ihre Kinder an- und ausziehen müssen, aufwendig, unbequem und womöglich auch umständlich. Mich überzeugten u. a. die oben gezeigten Videos. Unsere Kinder fahren gut und sicher mit Fleecejacke im Kindersitz bzw. Fleeceoverall in der Babyschale. An ganz kalten Tagen bekommen sie noch eine Decke über die Beine und haben es so im Auto kuschelig warm.

Update: Für unseren Kleinsten haben wir einen tollen Overall aus Merinowolle gefunden, schaut mal!

Übrigens: Alle Empfehlungen gelten auch für Eltern!