Unser Sandwichbub ist ein kleiner Draufgänger. Der jetzt 5jährige liebte schon als Kleinstkind die Gefahr – er kletterte mit und ohne Hilfsmittel auf Tische und Fensterbretter, stieg an Regalen hoch und genoss den Nervenkitzel. Ich erinnere mich heute noch an seinen schelmischen Blick von damals, als er als knapp 2jähriger meine höchstens zweiminütige Abwesenheit genutzt hatte, um unsere komplette Schrankwand nach oben zu kraxeln. So saß er da, auf dem höchsten Regalboden kurz unter der Zimmerdecke auf etwas über zwei Meter Höhe, und erschrak nicht etwa wegen meines entsetzten Blicks, sondern grinste triumphierend bis über beide Ohren. So ist er auch heute noch und der große Bruder und die kleine Schwester stehen ihm in dieser Leidenschaft kaum nach. Kein Wunder, dass Achterbahnen und Karussells zu den Leidenschaften der drei zählen. In den letzten Jahren waren wir mehrfach im Freizeitland Geiselwind (nur wenige Kilometer von hier entfernt) und auch im Erlebnispark Schloss Thurn. Auf unserer Liste für die Zukunft standen außerdem noch der Europapark, der Holidaypark, der Playmobil Funpark und das Legoland. Im Mai haben wir uns auf den Webseiten der jeweiligen Parks umgesehen und in einer Familienkonferenz gemeinsam beschlossen, zuerst das Legoland zu besuchen (als nächstes steht wohl der Holidaypark an). Einen Monat später war es so weit und was wir im Legoland erlebt haben und ob der Park auch schon für die Kleinsten schon geeignet ist, mag ich euch heute erzählen.

Legoland Deutschland – unser Besuch in Günzburg

Wer sich auch schon immer gefragt hat, wo sich die Weltstadt Günzburg eigentlich befindet und – ebenso wie ich – auch nur die grobe Richtung (irgendwo im Süden „unter“ uns) im Kopf hatte, dem sei gesagt, dass sich Günzburg etwa auf halber Strecke zwischen Augsburg und Ulm befindet. Günzburg liegt gerade noch so in Bayern, von uns aus sind das etwa 250 km. Von Berlin aus habt ihr rund 600 km, die Hamburger fahren 700 km, ab München ist es quasi nur ein Katzensprung (100 km).

Wir nutzen Freizeitparks, die für so große Familien wie uns, wie ich finde, gaaanz schön teuer sind, gerne den kompletten Tag lang und fahren ungern früh am Morgen los. Deshalb sind wir bereits am Vorabend angereist und haben außerhalb des Legolands in Ulm übernachtet. Am kommenden Morgen fuhren wir von dort aus nach einem leckeren Frühstück los und kamen um halb 10 gut gelaunt am Legoland an.

Besuch im Legoland Günzburg

Ihr könnt auch im oder am Legoland im Feriendorf oder auf dem Campingplatz übernachten. Wer mit dem Auto anreist, zahlt Parkgebühren von aktuell 6 € pro Tag (Stand Juni 2015). Der Park öffnet offiziell um 10 Uhr. Bei unserer Ankunft auf dem Parkplatz um 09:30 Uhr hörten wir bereits eine freundliche Stimme am Mikrofon, die den anwesenden Kindern die Zeit bis zur Öffnung des Parks vertrieb. Keine zehn Minuten später und damit eine Viertelstunde vor 10 Uhr nahmen die Kassen den Betrieb auf. Unsere selbstgedruckten Onlinetickets von Regiondo wurden binnen weniger Sekunden eingescannt und schon waren wir drin. Auch an anderen Kassen bildeten sich keine Schlangen, obwohl ordentlich viele Familien warteten.

Das Wetter war herrlich und die Menschen verteilten sich gut auf den Park – wir hatten für den Besuch bewusst einen Tag außerhalb der Ferien und unter der Woche ausgesucht. Es waren zwar gut etwas los, trotzdem warteten wir an keiner Attraktion länger als zehn Minuten, oft kamen wir auch sofort dran.

Attraktionen, Fahrgeschäfte, Essen, Wege und fünf glückliche Kinder

Wir waren bis zum Parkschluss um 18 Uhr im Legoland. Alles kann ich euch gar nicht zeigen, ich habe euch deshalb eine kleine Auswahl an Fotos zusammengesucht.

Wasser marsch!

Hoch im Kurs lagen bei allen Kindern – natürlich – die Attraktionen, die irgendwie mit Wasser zu tun hatten. Gleich bei einer der ersten Fahrgeschäfte konnte sich der 2jährige austoben und die Insassen des Lego X-Treme Wellenreiters von außen bespritzen:

 LEGO  X-TREME Wellenreiter Spaß außen

Während Papa und die großen Jungs fuhren, hatten der Zwerg und die Trulla ordentlich Spaß am Rande der Attraktion.

Lohnt sich das Legoland auch schon für kleine(re) Kinder?

Allerdings kam mit einem der ersten Fahrgeschäfte auch ein wenig Ernüchterung: Sehr viele Attraktionen im Legoland sind erst ab einer gewissen Größe oder einem bestimmten Alter freigegeben. Unsere großen Jungs (5 und 6 Jahre alt, beide größer als 110 bzw. 120 cm) durften nahezu überall mitfahren, unser Mädel (4 Jahre alt, zwischen 100 und 110 cm groß) hatte aber häufig das Nachsehen. Leider brauchten aber auch unsere Buben oft eine Begleitperson, da einzelne Attraktionen erst ab 8 Jahren komplett frei gegeben waren. Vor den Attraktionen stehen jeweils große Schilder mit markierten Höhenbereichen in grün, gelb oder rot, auf denen die Kinder auch selbst erkennen können, ob sie schon alleine mitfahren dürfen oder mit Mama oder Papa fahren müssen.

Zweimal mussten wir bei der kleinen Maus Tränen trocknen und natürlich auch ganz viel mit den Jungs gemeinsam fahren. Zum Glück hatten wir die Oma dabei, die währenddessen nach unseren Kleinen schauen konnte.

Noch mehr Attraktionen und Fahrspaß

Familienspaß für uns alle gab es im Land der Piraten: Auf dem Piratenschiff durfte auch der 2jährige mitkommen und wir hatten einen Heidenspaß, die Piraten auf den anderen Schiffen zu bespritzen und uns von diesen klatschnass machen zu lassen. Käpt’n Nicks Piratenschlacht ist mein absoluter Geheimtipp für alle, die es nicht stört, sich einmal komplett umziehen zu müssen. Nicht zum ersten Mal waren wir froh über das fabelhafte Wetter und darüber, für jedes Kind gleich zwei Sätze Wechselkleidung dabei zu haben:

Piratenschiff Wasserspaß

Wenn ihr im Sommer ins Legoland fahrt, solltet ihr außerdem unbedingt Badekleidung für die kleinen Kinder mitnehmen. Der Wasserspielplatz war bei unserem Nachwuchs so beliebt, dass wir dort fast eine ganze Stunde verbracht haben. Selbst der Allerkleinste konnte dort durchs Wasser krabbeln und freute sich riesig über die Abkühlung. 

Apropos Spielplatz: Der große Abenteuerspielplatz in der Mitte des Parks bietet nicht nur Krabbelspaß für die Allerkleinsten, sondern auch zahlreiche Klettermöglichkeiten für kleine und größere Kinder. Natürlich war unser 5jähriger auch hier ganz vorne mit dabei. Auf dem Foto tröstet Oma unsere kleine große Maus, die gar nicht mehr weg wollte:

Indianer und Drachen auf dem Spielplatz

Und sonst so?

Das Angebot an Speisen entspricht dem, was man aus so ziemlich jedem Freizeitpark kennt. Es gibt – natürlich – Pommes, Burger, Schnitzel, Waffeln und an jeder Ecke Süßkram in Form von Eis, Slush und Co. Die Preise für das Essen im Legoland empfand ich als ziemlich moderat und üblich für einen Park dieser Größe. Toiletten und Wickelräume gibt es an jeder Ecke im Legoland. Sie sind gut ausgeschildert und waren allesamt sauber.

Noch mehr Fotos? Gerne!

Unser Fazit:

Wir haben einen richtig schönen Tag im Legoland verbracht, hatten super viel Spaß und am Abend fünf glückliche, sehr müde Kinder im Auto sitzen. Empfehlen würde ich den Park für Kinder ab 3-4 Jahren, wenn man in Kauf nehmen kann und mag, dass viele Attraktionen für das Alter bzw. die Größe noch nicht freigegeben sind. Trotzdem haben sich auch unsere Kleinsten köstlich amüsiert! Der Park ist liebevoll dekoriert, ihr könnt überall Legofiguren bestaunen und auch viele Themenhäuser besuchen.

Für Kinder zahlt ihr ab dem 3. Geburtstag den Kinderpreis (37 € für ein Ticket / online aktuell ab 27,75 € auf der Legolandseite selbst / Stand Juli 2015). Pro Erwachsenem kostet der Eintritt 41,50 € bzw. ab 31,12 € online. Es gibt immer wieder Aktionen, bei denen ihr noch mehr Geld spart: Bei Regiondo gibt es z. B. regelmäßig Rabattaktion für Legoland Eintrittskarten und ganz aktuell findet ihr in jeder Rama eine 2-für-1-Karte.

Wir werden ganz gewiss noch einmal fahren, für das nächste Mal aber zwei Tage einplanen. Wir haben zwar viel, aber längst nicht alles gesehen.

Habt ihr das Legoland auch schon besucht? Wie waren eure Erfahrungen?