Es ist nur eine Phase,
es ist nur eine Phase,
es ist nur eine Phase!

Wachstumsschub? Entwicklungsschub? Frühe Trotzphase? Zähne? Vollmond? Das Baby schreit in 280 Dezibel, lässt sich nicht ablegen, die Tage werden immer länger, die Nächte kürzer und die Nerven dünner. Ein Hoch auf die Phasentheorie, die uns Eltern lehrt, dass alle schlimmen und anstrengenden Phasen irgendwann und die Betonung liegt ganz ausdrücklich auf irgendwann vorübergehen. Dass die 3-Monats-Koliken mit drei Monaten nicht immer verschwunden sind und dass so ein kleines Baby tatsächlich 20 Zähne bekommt und das im schlechtesten Fall 20 schlechte Phasen sind und so eine Phase ganz ganz lange dauern kann bis sie verschwindet, verschweigen die Phasentheoretiker ebenso wie die Tatsache, dass…

ganz viele verschiedene Phasen auf einmal auftreten können. Ein kolikengeplagtes Baby, das gerade seinen ersten Zahn bekommt ist ziemlich uncool drauf – ebenso übrigens wie ein trotzendes Kleinkind, das „Warum?“ nicht nur fragt, sondern mit den Fäusten gegen die Tür trommelnd mantraartig schreit während es mit dem Fuß auf den Boden stampft.

Es ist eine wahnsinnig gute Hilfe zu wissen, was das Baby gerade hat. Eine volle Windel, Hunger, Verlustangst oder bekommt es doch den ersten Zahn? Befindet es sich in der Brustschreiphase oder sind das die ersten Fremdel-Anwandlungen? Zeigen Impfungen wirklich nach 3 Monaten noch solche Nebenwirkungen oder hat das Kleine schlicht schlechte Laune? Neumond oder Vollmond? Und warum reagiert gerade mein Kind auf jede Mondphase?

Es ist eine Phase, sagt der Ratgeber.
Es ist wie es ist, sagt der Verstand.
Es soll aufhören, sagen die Nerven.
Es geht vorbei, sagt der Ratgeber.
Irgendwas ist immer, sage ich und

das stimmt gar nicht. In den meisten Fällen überwiegen zum Glück die positiven und glücklichen Momente im Leben mit Kindern. Phasen können trotzdem sehr anstrengend sein – für die Eltern und ganz bestimmt für die Kleinen. Nennt es wie ihr mögt, das wichtigste ist, für das Kind da zu sein und mit ihm gemeinsam diese Phasen zu durchleben, es liebevoll zu begleiten und auf seinen Instinkt zu hören. Denn dann klappt es auch ganz ohne Ratgeber –

von Koliken, Trotzphase, Brustschreiphase und anderen Sorgen