Leidet einer von euch unter Schlafstörungen? Kennt ihr das, euch abends oder nachts ins Bett zu legen, euch umzudrehen, die Augen zu schließen und … zu grübeln? Gestern war eine dieser Nächte und ich lag bis morgens um 8 Uhr wach, stand zwischenzeitlich auf, wühlte mich durchs Internet, las mich durch Foren, spielte ein paar Facebook-Spiele, überlegte gar, ein 1000-Teile-Puzzle zu beginnen, ließ meine Tassimo einen Kakao für mich zubereiten (ohne Coffein!), stiefelte in der Wohnung auf und ab, schlich ins Schlafzimmer in der Hoffnung, dort einen bereitwilligen Gesprächspartner zu finden, zog erfolglos von dannen, setzte mich wieder vor den Rechner, grübelte, versuchte mich in diversen Onlineshops (neue Schuhe von Spartoo gehen immer!) mit ein paar Frustkäufen abzulenken, rieb mir die Augen, legte mich ins Bett und stand wieder auf.

Es ist keine richtige Schlafstörung, unter der ich leide, in den letzten Wochen sind einige Dinge vorgefallen, die unser Leben aktuell nicht leicht machen. Auch die Zukunft stellt uns vor ein paar Probleme und ich neige dazu, diese nachts, wenn es ruhig ist, zu durchdenken, sie vom hundertsten ins tausendste zu durchleuchten auf der Suche nach Lösungen, die es zu manchen Problemen gar nicht geben kann. Ohne näher ins Detail gehen zu wollen, war diese Nacht jedenfalls alle andere als locker und entspannt.

Befasst habe ich mich u. a. mit der Frage, warum es im 21. Jahrhundert nicht möglich ist, aus dem Norden Deutschlands eine Zug- oder Flugverbindung in den Süden ab 20 Uhr zu bekommen ohne dabei auf einem Bahnhof oder Flughafen nächtigen zu müssen, warum ein Privatjet von Berlin nach Nürnberg für eine Person tatsächlich 6.200 € kostet und die Frage, warum der kleine Muck so schnelle Schuhe hatte und Spartoo wir nicht. Reisen Geschäftsleute nur tagsüber? Warum gibt es ein Nachtflugverbot und warum fliegen manche Flugzeuge immer morgens von einer Richtung in die andere und abends zurück, aber niemals umgekehrt? Will morgens keiner in den Norden und am Abend niemand in den Süden fliegen? Warum hat die Bahn einen Großteil ihrer Deutschland-Nacht-Verbindungen wegrationalisiert (die ich früher gerne und oft genutzt habe) und warum ist der Milka-Kakao eigentlich sooo süß? Warum müssen mir gerade die teuren Kindersandalen von Pinocchio gefallen und warum bezahlt es sich mit Paypal so unkompliziert, dass man viel zu wenig Zeit hat, darüber nachzudenken, ob man sie wirklich braucht? Gibt es wirklich DEN falschen Zeitpunkt und warum macht es einem das Leben manchmal so schwer?

Die Frage, warum ich heute so müde bin, muss ich mir nicht stellen, sie ist den vielen Fragen oben geschuldet. Geschlafen habe ich heute Morgen, Mann in Elternzeit sei Dank, der große Bruder hat sich im Kindergarten ein Eis über die Mütze gekippt und das kleine Mädchen hat vorhin Unmengen Karottenscheiben gegessen. Es gibt gute Artikel und es gibt schlechte – und zwischendrin darf es auch einmal einen wirren geben. Das soll er gewesen sein, der wirre Artikel im Mai 2012. Das große Kind mit den Schokoeisflecken hinter dem Ohr wandert in die Dusche, das kleine Kind mit den Karottenstückchen im Ausschnitt gleich hinterher und das mittlere darf währenddessen Fußballkarten einsortieren. Alltag in einer Zeit, die zu wenig alltäglich ist als dass man sie in Worte fassen könnte.