(Hinweis: Das nachfolgende Produkt wurde uns für einen Produkttest kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!)

Unsere Kinder lieben Spielzeug, an dem sie herumschrauben können, das die Kreativität anregt und mit dem sie etwas erschaffen können. Hört der Sandwichbub nur das Wort Werkzeug, leuchten die Augen und er fängt an, aufgeregt auf der Stelle zu treten. Als wir die Zusage für den BoiKido Produkttest bekamen, freute ich mich riesig, denn ich war sicher, dass die Werkbank bei den drei Großen gut ankommen würde. Leider muss ich nach unserem Test sagen, dass unsere, insbesondere meine Begeisterung eher verhalten ist und das Spielzeug im Praxistest einige Schwächen zeigte. Mehr dazu im Folgenden.

BoiKido – Unternehmen und Produkte

BoiKido ist ein französisches Unternehmen, das Holzspielzeuge für Babys, Kleinkinder und Kinder zwischen 3 und 8 Jahren herstellt. Die Produkte sind wunderschön und kindgerecht designt, es gibt eine große Auswahl, angefangen von Holzbausteinen, Fädelspielen und Puzzles bis hin zu Werkbank, Kinderküche und Lauflernwagen. Die verwendeten Materialien sind ecofriendly, d. h. dass ausschließlich FSC-zertifziertes Holz benutzt wird und dieses mit wasserbasierten Lacken überzogen wird. So wird gewährleistet, dass das Spielzeug für Kinder ungefährlich und sicher ist.

Produkttest BoiKido Werkbank

Wir durften uns ein Produkt aussuchen und haben uns für die Werkbank entschieden. Diese wurde eine Weile später geliefert und ich war zunächst über die Größe des Kartons ein wenig verwundert, denn dieser war – für die Werkbank, die ich mir vorgestellt hatte – ziemlich klein.

Größenvergleich: Der Zwergenkönig ist 72 cm groß


1. Aufbau
oder „Huch, die Werkbank ist aber klein!“
Wie sich beim Aufbau (der kinderleicht von der Hand ging) herausstellte, ist die Werkbank tatsächlich vergleichsweise klein (41,9 x 26,2 x 31,8 cm), wobei sich insbesondere die Höhe als deutlich zu niedrig für unsere 3- und 4jährigen Jungs herausstellte. Ein Spielen ist lediglich im Knien möglich. Leider sind Maße auf der Seite des Herstellers nicht angegeben oder ich finde sie nicht (allerdings auf Amazon, wo ich mich im Vorfeld nicht informiert hatte). Durch die Altersangabe – „ab 36 Monaten, für Kinder zwischen 3 und 8 Jahren“ – hatte ich leider versäumt, mich vorher über die Maße näher zu informieren. Auf dem Foto links könnt ihr unseren Kleinsten sehen, für den die Werkbank eine angenehme Größe hat, dem fast 5jährigen reicht sie leider nur bis zum Knie.

Positiv ist anzumerken, dass sich die Bande nicht irritieren ließ und sofort damit gespielt hat (knienderweise), die Kinder scheinen sich an der recht geringen Höhe weniger zu stören als ich mich als Erwachsene.

Dennoch von meiner Seite der Hinweis, dass die Werkbank meiner Meinung nach auf den Herstellerfotos größer wirkt als sie es in unseren Augen ist. Hätte ich sie live so gesehen, hätte ich sie für die Jungs keinesfalls gekauft, ggf. noch für die Trulla, der sie aber zum Arbeiten bzw. Spielen auch schon zu niedrig ist. Die Altersangabe „3-8 Jahre“ irritiert in meinen Augen, auch wenn die Werkbank wegen der Kleinteile mit dem Hinweis „ab 36 Monate“ verkauft werden muss. Ich würde mir wünschen, dass sie mindestens 10, eher 15 cm höher wäre.

2. Zubehör

Werkzeug zur Kinderwerkbank

Reichlich Zubehör, es kann ordentlich geschraubt und gehämmert werden


Zur Werkbank gehört allerhand Zubehör, als da wären:
– 13 geometrische Formen (Dreieck, Kreis, längliche Lochplatten usw.) in verschiedenen Farben, 14 Schrauben (kurze und lange), 6 Nägel, 12 Bolzen, 4 quadratische Bolzen, 4 Räder sowie 3 Werkzeuge: Schraubenzieher, Schraubenschlüssel und Hammer.

Praktischerweise kann das Zubehör in einem kleinen Kasten unterhalb der Platte aufbewahrt werden, für die Werkzeuge gibt es auf der Arbeitsplatte selbst drei Löcher, in die diese gesteckt werden können. Außerdem können auch die Schrauben in die Löcher der Werkbank geschraubt und dort aufbewahrt werden.

3. Die Werkbank im Praxistest

Farbabrieb Bolzen

Das sollte aber nicht passieren…

 

Unsere drei kleinen Handwerker machten sich direkt an die Arbeit, um die Werkbank auf Herz und Nieren zu testen. So wurden gleich die ersten Bolzen in die Bank und die Platten gehämmert. Das funktionierte leider eher schlecht als recht, da die Löcher an der Werkbank und teilweise auch in den Lochplatten sehr eng bzw. die Bolzen teilweise zu breit sind. Insgesamt fiel uns schnell auf, dass die „Nägel“ unterschiedlich dick sind, dies wirkt sich extrem aus. Während einzelne davon recht leicht einzuschlagen waren, gingen andere gar nicht, der Rest nur schwer und war dann auch nicht mehr so einfach herauszuschlagen. Mama durfte sich schon nach wenigen Minuten um die Bolzen kümmern, die die Jungs nicht mehr herausbekamen. Und was soll ich sagen? Auch mich kostete das großen Kraftaufwand und nicht nur das, die Bolzen sahen danach aus wie auf dem Foto links. Je nach Farbe der unterschiedlichen Platten ist der Farbabrieb auch bei diesen vorhanden und ähnlich stark ausgeprägt. Dazu ist es den Kindern auch kräftemäßig gar nicht möglich, die Bolzen in die Löcher zu schlagen geschweigedenn wieder heraus. Schade!

Das Zubehör im Test:
[Foto folgt] Der Frust beim Sandwichjungen war dementsprechend groß und er widmete sich nun den Lochplatten, Schrauben und Muttern. Die Werkzeuge haben im Gegensatz zur Werkbank eine angenehme Größe, auch für eine 3- oder 4jährige Kinderhand. Da sehr viel Zubehör inbegriffen ist, machte ihm das Spiel sehr viel Spaß und er zauberte ganz viele Figuren. Schrauben und Muttern sind außerdem jeweils passgenau und erzeugen demgemäß keinen Frust.

Ausführliches Fazit:

Design und Verarbeitung:
Da ich es oben nicht erwähnt habe, an dieser Stelle: Die Werkbank ist grundsätzlich qualitativ sehr schön gearbeitet. Das Holz fühlt sich gut an, Ecken und Kanten sind abgerundet, die Schrauben der Arbeitsplatte sind abgesenkt, so dass sich kein Kind verletzen kann. Das Design finden wir und auch die Kinder superschön.

Kind links: knapp 4 Jahre, Kind rechts 2,5 Jahre

Arbeitshöhe der BoiKido Werkbank
Die niedrige Höhe der Werkbank ist in meinen Augen ein großes Manko. Die Kinder müssen sich zum Spielen bücken und der Große sich auch im Knien nach vorne beugen. Die Schrauben holten die Jungs im Liegen aus der Ablage. Dazu verführt die niedrige Höhe dazu, die Werkbank als Stuhl oder Tritt zu benutzen. Unser Zwergenkönig hat sie indes zum Lauflernwagen umfunktioniert während sich das Interesse der drei Großen auf Werkzeug und Zubehör verlagert hat.

Unterschiedliche Dicke der Bolzen
Ich kann nicht sagen, ob wir bei unserem Zubehör bzw. den Bolzen ein Montagsprodukt erwischt haben, – dass diese allerdings kaum oder gar nicht in die Werkbank passen, sollte natürlich nicht so sein. Besonders entsetzt bin ich über den extremen Farbabrieb (auch wenn der Lack vermeintlich ungiftig ist). Bereits nach wenigen Minuten sahen die Bolzen aus als wären sie seit mehreren Jahren und sehr häufig bespielt worden.

Gesamtfazit:
Schwierig. Ich finde die Werkbank superschön, besonders begeistert die Menge an Zubehör (das auch ohne die Bank selbst super bespielt werden kann). Die Werkbank ist in meinen Augen für Kinder ab 3 Jahren zum Spielen allerdings zu niedrig. Die Bolzen sind nicht passgenau zu den Löchern.

Alles in allem bin ich ehrlich gesagt enttäuscht. Für einen Preis von knapp 60 € hätte ich hier mehr erwartet. Vielleicht bin ich aber auch zu anspruchsvoll.

Was meint ihr dazu?