Das Internet ist schon lange kein Neuland mehr für mich. Womit ich mich bis vor kurzem allerdings überhaupt noch nicht auskannte, das waren Folgesitze inbesondere Sitze der Klasse II / III. Irgendwann allerdings kommt auch für Reboarder-Eltern der Tag, an dem sie sich eingestehen müssen, dass Kinder nicht bis zu ihrem Lebensende rückwärts im Auto sitzen können. Bislang transportierten wir alle unsere Kinder reboard: Der Kleinste liegt in der Babyschale (Besafe izi sleep), der Zwerg ist kürzlich vom MaxiCosi Mobi in den Besafe Combi X3 gewechselt (der Mobi wird aktuell repariert), die Trulla bekam vor ein paar Wochen einen schwarzen Axkid Minikid, der Sandwichjunge hat den gleichen in Rot und der Besserwisserboy passte noch gut in den Axkid Kidzone.

reboard mit 4 und 5 Jahren

Eine ganz neue Sicht auf die Welt mit dem Diono Monterey 2

Im Rahmen einer sehr netten Kooperation dürfen wir aktuell den Diono Monterey 2 unter die Lupe nehmen. Der Große hat mit seinen rund 120 cm zwar noch ein klein wenig Luft im Reboarder, ein Ende des rückwärtsgerichteten Fahrens ist für ihn aber abzusehen.

Diono ist ein Unternehmen, das in Deutschland noch nicht so bekannt ist (was sich sicherlich im Laufe des Jahres noch ändern wird, wenn sie auch in den deutschen Reboardermarkt einsteigen). Aus Reboarderkreisen kennen wir die Marke schon lange, da sie in meinen Augen den weltbesten Spiegel für das Auto auf den Markt gebracht hat, den Diono Easy View Plus. Mithilfe des Spiegels könnt ihr euer rückwärts fahrendes Baby oder Kleinkind nicht nur ordentlich sehen, sondern könnt ihm im Notfall auch die Angst in der Nacht nehmen, indem ihr das Licht am Spiegel mit eurer Fernbedienung anknipst. Um den Spiegel soll es hier allerdings nicht gehen, sondern um unseren Folgesitz.

Daten zum Monterey 2

Diono Monterey Verstellmöglichkeiten

© DIONO

Beim Monterey 2 handelt es sich um einen Sitz der Klasse II / III. Er ist demnach für Kinder ab 15 bis 36 Kilo Körpergewicht bzw. lt. Herstellerangabe für Kinder mit 96,5 cm bis 160 cm Körpergröße geeignet. Das entspricht in etwa einem Alter von 3,5 Jahren (mit denen ein Kind aber noch gut in einen Reboarder passt!).
Ab diesem Gewicht sind auch diese popeligen günstigen Sitzkissen aus dem Baumarkt oder Discounter zugelassen. Benutzt so etwas bitte niemals im Auto! Diese Kissen haben keinerlei Seitenaufprallschutz und sind nicht sicher. Solche Sitzerhöhungen sind in meinen Augen höchstens als Kissen auf einem Erwachsenenstuhl sinnvoll, dafür taugen sie gut.

Unser Junge ist aktuell etwa 120 cm groß, 6 Jahre alt und 21 Kilo schwer.

ADAC-Urteil:
Der Monterey 2 ist in Höhe (11fach) und Breite (an den Schultern bis 50,8 cm) verstellbar. Durch verstärkte Seitenflügel und eine gepolsterte Kopfstütze ist ein Seitenaufprallschutz gewährleistet, was durch den ADAC im Test bestätigt wurde. Der Sitz schloss 2013 mit einem Testurteil von Gut und einer Note von 1,9 ab.

Negativ:
Abgewertet wurde der Sitz wegen des erhöhten Platzbedarfes im Auto (für uns nicht relevant), eines schwierig zu entfernenden Bezugs, der von Hand gewaschen werden muss (für die Sicherheit absolut nicht relevant und meines Erachtens kein seriöses Kriterium für den Kauf eines Kindersitzes), leicht erhöhter Schadstoffbelastung (was sicherlich verbesserungswürdig ist) und einer ungünstigen Sitzposition, die ich für unseren Jungen nicht bestätigen kann. Ihr seht hier sehr genau, dass ihr bei den ADAC-Kriterien tief(er) in die Materie einsteigen müsst und auch bei nicht ganz so gut bewerteten Sitzen nachlesen, woran die Abwertung gelegen hat. Insbesondere bei Reboardern ist es ganz erschreckend, wie der ADAC sein Testurteil fällt und wie viel Wert dabei auf einen einfachen Einbau und die Waschbarkeit des Bezugs (!) gelegt wird. Dies nur am Rande.

Trotzdem hat der Monterey 2 mit der Note 1,9 natürlich ein gutes Ergebnis erreicht.

Positiv:
Der Sitz hat eine gute Note erreicht, da er geringe Belastungswerte im Seiten- und Frontcrash zeigte (sehr wichtig!), stabil im Fahrzeug steht (auch wichtig) und einen guten Gurtverlauf gewährleistet (auch praktisch, wenn man bei einem Unfall seinen Kopf behalten will). Der Monterey 2 ist gut verarbeitet, die Gefahr der Fehlbedienung ist gering (er wird mit Isofast befestigt), der Einbau ist einfach, der Sitz ist leicht (7 Kilo), gut gepolstert und bietet dem Kind eine gute Sicht.

Installation im Auto:

Der Sitz wird in zwei Teilen geliefert und mit einem Haken und Schrauben eingeklickt. Das funktioniert ganz einfach und wird in der Anleitung gut beschrieben. Er wird entweder mit dem 3-Punkt-Gurt oder mit 3-Punkt-Gurt und ISOFAST an den Isofixhaken des Autos befestigt. Isofast ist ein System, bei dem zwei Gurte aus dem Sitz gezogen und in die Isofixhaken des Autos eingeklickt werden. Ihr könnt das auf dem Bild gut erkennen. Nach dem Einhaken werden die Gurte straff gezogen. Das Ende dieser Gurte befindet sich an der Vorderseite des Sitzes ganz unten rechts und links. Das ist kein großer Kraftakt und klappt gut.

Monterey Schaubild im Auto befestigen

© DIONO(Bedienungsanleitung)

 

Einen erhöhten Platzverbrauch konnten wir nicht feststellen, der Sitz indes stand fest und sicher auf der Bank. Ganz leicht lässt er sich noch bewegen, dies ist aber normal.

Verstellmöglichkeiten / Den Sitz ans Kind anpassen

anschnallen im Sitz der Klasse II / IIIInteressant ist natürlich nun – wie bei jedem Kindersitz – dass der Sitz zum Kind passt und dieses gut darin sitzt. Dafür werden die Kopfstütze und Rückenlehne verstellt und der Kindersitz an den Nachwuchs angepasst.

Am Rande: Der Besserwisserboy nahm die umgedrehte Fahrtrichtung ebenso gelassen wie die Jahre vorher das rückwärtsgerichtete Fahren. Wir thematisieren das gar nicht, so dass wir diesbezüglich nie Diskussionen mit den Kindern hatten.

Weite des Sitzes:
Die Weite des Sitzes wird mithilfe eines Rädchens an der Rückseite verstellt. Das geht ganz leicht (größere Weite: Im Uhrzeigersinn drehen / geringere Weite: Gegen den Uhrzeigersinn drehen).

Die Kopfstütze einstellen:
Mithilfe einer roten Taste an der Rückseite kann die Höhe der Kopfstütze angepasst werden. Die obere Schulterführung sollte sich dabei über der kindlichen Schulter befinden heißt der Gurt kommt bei diesem Sitz leicht von oben.

Zudem lässt sich der Neigungswinkel der Rückenlehne verstellen. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Bank im Auto recht steil oder sehr geneigt ist. Die Rückenlehne soll und muss vollen Kontakt zum Autositz haben.

Das Anschnallen ist im Grunde selbsterklärend. Das Kind wird mit dem 3-Punkt-Gurt gesichert, die Gurtführungen oben und unten sind jeweils aus rotem Plastik und gut zu erkennen. Ihr seht das auch noch einmal auf den Foto links und rechts. Wichtig: Der Schultergurt darf nicht am Hals entlanglaufen, der Beckengurt zeigt nach vorne.

Ich finde, dass unser Bub in dem Sitz auf den ersten Blick gut sitzt.

Anschnallen im Sitz der Gruppe 3

Und beim nächsten Mal ziehen wir den Gurt ein bisschen straffer. 😉

Und was sagt der Sohn dazu?
Der Besserwisserboy kommentierte kurz die Aussicht („Oh, da kann ich alle meine Geschwister gut anschauen und fahre wie Papa!“) und fand den Sitz direkt bequem. Deutlich zu merken: Er wollte gerne die Beine irgendwo aufstellen oder anlehnen und sich danach in den Schneidersitz setzen. Ich denke, das ist eine Sache der Gewöhnung. Der Große ist mittlerweile so weit, dass er beim Fahren nicht mehr (oder nur noch selten…) herumhampelt, so dass wir ihn guten Gewissens mit 3-Punkt-Gurt anschnallen können. Er wird sich nicht aus dem Gurt winden (und sofern doch, sofort aussteigen müssen) und sitzt im Monterey 2 wunderbar. Auch qualitativ machen Sitz und Bezug einen sehr guten Eindruck.

Und sonst so?
Es ist ein wenig seltsam, nach jahrelangem Rückwärtsfahren ein Kind zu haben, das mittlerweile vorwärtsgerichtet fahren kann und es guten Gewissens auch darf. Für uns als Eltern ist das erst einmal eine Umstellung und ein weiterer Faktor, der uns bewusst macht, wie groß das Kind schon geworden ist. Wir werden den Bericht in 1-2 Jahren ergänzen, wenn wir den Sitz im Langzeittest hatten (oder ggf. vorher, wenn uns etwas auffällt).

Der Monterey 2 kostet rund 120 € und ist damit ein preisgünstiger Sitz. Er ist in sechs hübschen Farben erhältlich und außerdem mit integrierten Becherhaltern an beiden Seiten ausgestattet. Der ADAC findet ihn gut, wir finden ihn gut und wenn ihr ihn auch kaufen wollt, so erhaltet ihr ihn zum Beispiel über Amazon oder andere Shops.