Sechs Monate Zwergenkönig

Sechs Monate Zwergenkönig

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Wir Deutsche geben pro Jahr 150 Millionen Euro (!) für Grußkarten aus – wie ich darauf komme? Ein halbes Jahr nach der Geburt des Zwergenkönigs beschäftige ich mich mit Grußkarten zur Geburt für eine liebe Freundin. Ich schreibe gerne Karten – auch für Freunde, die wir häufig sehen und erst recht zur Geburt, weil das auch später noch eine schöne Erinnerung sein wird. Apropos Erinnerung: Vor genau sechs Monaten kam unser Kleinster zur Welt und wir können uns kaum noch daran erinnern, wie klein er vor kurzem noch war. Aus einem winzigen, fast immer schlafenden, ruhigen Minibaby ist in sechs Monaten ein immer noch kleines, aber sehr niedliches und aufgewecktes Kerlchen geworden, das keinen Halt mehr kennt, wenn es ein Spielzeug in seiner Nähe sieht (oder den Fuß seiner Schwester). Seit ein paar Tagen bewegt sich der Jüngste halbrobbend fort und das mit ganz viel Ehrgeiz und immer mit einem Lachen auf den Lippen. Er strampelt, er gluckst und er ist ein ganz fröhliches Kind, das nur leider ein bisschen zu oft krank ist.

6 Monate später – ein Vergleich

kleiner Junge im Streifenstrampler

In sechs Monaten hat der Zwergenkönig 4 Kilo zugenommen. Er ist 15 cm gewachsen (und davon 4 cm in einer Woche, so dass er zwar immer noch zu klein für sein Alter ist, dafür aber wieder innerhalb der Perzentilkurve!). Er hat es mindestens zweimal geschafft, knapp 8 Stunden durchzuschlafen, dafür aber auch ungefähr 100mal, nach 1-2 Stunden erneut Hunger zu haben. Bis heute hat er 3 Löffel Kürbissuppe zu sich genommen, weil Beikost warten kann und Stillen so bequem ist. Der kleine Mann hat uns durchschnittlich 200mal pro Tag ein Lächeln geschenkt und in sechs Monaten ungefähr 1000 Windeln verbraucht. Der Zwergenkönig hat vor 4 Wochen seine Füße entdeckt und sie seitdem mindestens 5mal täglich in seinem Mund, in dem immer noch 0 Zähne zu sehen sind. Er leidet aktuell unter der mindestens 6. Bindehautentzündung und unter der ersten Bronchitis, wegen der er 3mal täglich inhalieren muss. Inhalieren findet er aber ziemlich cool – im Gegensatz zu seinem Antibiotikum, das er uns liebend gerne entgegenprustet.

Mit sechs Monaten liebt er es, Kreisel zu spielen und sich bäuchlings in alle Richtungen zu drehen. Seit ungefähr 2 Wochen versucht er dabei, nach vorne zu robben, was nicht nur niedlich aussieht, sondern auch für erstaunte Blicke bei den Geschwistern sorgt („Mama, ich glaube, das Baby kann sogar etwas – das kann ja auch krabbeln?!“). Unterwegs lächelt er jeden an und auch zuhause wird Besuch freundlich empfangen. Dies allerdings ist ein Täuschungsmanöver, denn der Kleine befindet sich seit kurzem in der ersten Fremdelphase und kann nicht nur sein Gesicht zur Faust ballen, sondern auch binnen Sekunden vom gut gelaunten Baby zu einem schmollenden und bitterlich weinenden Angstkönig mutieren. Unser Zwergenkönig ist das vierte Kind. Den ersten Schrei, das erste Lächeln, das erste Prusten, das erste laute Glucksen, die ersten Versuche zu robben – all das erleben wir zum vierten Mal. Und zum vierten Mal spüren wir die Verzückung und den Zauber des Anfangs, das Entdecken der Welt, das kleine große Pflänzchen Liebe, das seine Blätter entfaltet, unseren kleinen Sohn, der zu uns gekommen ist, um die Welt zu entdecken und dabei glücklich zu sein. Das ist im wahrsten Sinne wunderbar und unbezahlbar. Und so unglaublich schön!

Ein Foto von einer kleinen Pflanze, von einem winzigen Spross und dazu dieser Text, weil er so schön ist und weil er das aussagt, was ich selbst nicht besser formulieren könnte:

Die Welt wird jedes Mal neu erschaffen,
wenn ein Kind geboren wird.
Geboren zu werden bedeutet,
dass uns eine ganze Welt geschenkt wird.

(aus Jostein Gaarder: Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort)

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Kerstin ist Mama von vier wunderbaren Söhnen, einer redseligen kleinen Trulla und der Dezemberhexe. Sie baut Legotürme, stürmt mit wilden Playmobilpiraten kitschige Prinzessinnenschlösser und sucht täglich Antworten auf kuriose Kinderfragen.

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2 Kommentare

  1. Gänsehaut :).

    Unsere Tochter ist jetzt fast 5 Monate alt und wir wollen noch mehr Kinder. Eher 3 als 4, aber ich freue mich jetzt schon, all diese Schritte, die ein Kind durchlebt, mehrmals mitzuerleben!

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