In den letzten Wochen wurde ich mehrmals gefragt, was ein Pagerank ist und wie man einen solchen bekommt, ich wurde gefragt, was nofollow bedeutet, über Rankingfaktoren wurde spekuliert und gemutmaßt und ganz viele wollten überhaupt wissen, was es mit „diesem SEO da“ überhaupt auf sich hat. Nun gibt es dafür schon ganz viele Anleitungen, Blogartikel und Wikipediaeinträge, dass ein weiteres Tutorial überflüssig wäre, aber es wurde geschimpft, dass die bestehenden Tutorials für Laien nicht verständlich sind. Deshalb nun hier der Versuch eines Tutorials für bloggende Hausfrauen. Und wehe, es fühlt sich jemand diskriminiert!

Hinweis: bedenkt dabei, dass ich selbst nur Hausfrau bin – wäre ich SEOler, würde ich damit viel Geld verdienen.


Hausfrauen-Lexikon zur SEO

SEO – was ist das denn überhaupt?
SEO ist die Abkürzung für das englische Wort Search Engine Optimization (sprich: Sörtsch Entschin Optimeisäjschn), das bedeutet auf deutsch Suchmaschinenoptimierung. SEO, das sind alle Maßnahmen, die du rund um deinen Haushalt und an deinem Haus unternimmst, damit nicht nur dein Haus gefunden wird, sondern sich auch alle in deinem Haushalt zurechtfinden. Du kannst das mit der Kommunikation mit deinem Mann vergleichen: wenn du dem nicht ganz genau sagst, dass die Butter in der dritten Reihe im Kühlschrank (der, der in der Küche in der rechten Ecke steht und weiß ist!), genau 15 cm neben dem Bier (Keyword!) steht, dann findet der die nämlich nicht. Genau so funktioniert Suchmaschinenoptimierung: dein Ziel ist es, allen Lesern auf dieser Welt zu zeigen, dass es deinen Blog gibt. Dazu reicht es nicht, einfach einen Blog zu haben, du musst auch dafür sorgen, dass er und seine Artikel gefunden werden – und das am besten an erster Stelle bei google (man darf sich ruhig hohe Ziele setzen).

Keywords:
Keyword (sprich: Kiewörds) sind die Wörter, über die du gefunden werden magst. Es ist sinnvoll, sich erst einmal zu überlegen, welche das sind. Dafür legst du am besten einige Schlüsselwörter für deinen Blog fest. Wenn du z. B. einen Blog über deine Aktivitäten als Hausfrau betreibst, sind deine Keywords vielleicht bügeln, putzen, Staubsauger und wischen. Das sind Wörter, die du häufig benutzen solltest. Achte dabei aber darauf, diese nicht ständig zu benutzen, sondern gezielt, – benutzt du das Wort „wischen“ in jedem Satz wie hier beispielweise

„Ich bin gerade dabei, meine Wohnung zu wischen. Mein Wischer nervt mich und wenn mein Mann wieder meint mich anmeckern zu müssen, weil ich nicht sauber genug gewischt habe, werde ich ihm eine wischen. Hast du gehört, Schatz? Wenn ich dich dabei erwische, dass du noch einmal mit den dreckigen Schuhen über den gewischten Boden läufst, wische ich dir eins mit dem Wischmopp“

mag google das auch nicht besonders. Google ist in dem Fall dein Mann und du weißt wie das ist, wenn du dem zu oft vorhältst, dass er ruhig auch selbst einmal wischen könnte. Wie hoch die Keyword density heißt die Häufigkeit wie oft du deinem Mann sagen kannst, dass er ruhig auch selbst wischen kann, weiß niemand so genau. Nicht einmal Matt Cutts (und das ist ein wichtiger Mann im google-Imperium) – wobei der es natürlich weiß, aber es nicht verrät. Im Ergebnis bedeutet das für dich, dass du deine Texte am besten so schreibst, dass sie sinnvoll sind (und trotzdem hier und da deine Keywords benutzt).

Pagerank:
Der Pagerank – in aller Munde, doch die wenigsten wissen so recht etwas mit ihm anzufangen. Der Pagerank wird mit einer Leiste angezeigt – liegt er bei 0 (neu erstellte Seite), so ist diese Leiste leer, liegt er höher, so wird sie ein bisschen grün ausgefüllt (es gibt auch Buttons, mit denen man die Leiste gelb, rot oder orange machen kann und für die Mädchen unter euch auch rosa). Den Pagerank kann man mit vielen verschiedenen Tools prüfen, mit diesem hier zum Beispiel: Pagerank Checker.

Der Pagerank ist ein Instrument, das dir sagt, wie viele über dich reden und wo du überall geschwatzt hast. Je mehr über dich auf angesehen Seiten (mit hohem Pagerank) geredet wird, desto bessere Backlinks erhältst du und desto höher wird am Ende dein Pagerank ausfallen. Ganz so einfach ist es nicht – google hat einen ganz spannenden Alogoritmus ertüftelt, aus dem (bzw. einer Abwandlung dessen) der Pagerank ermittelt wird (das könnt ihr euch hier ansehen: Pagerank-Algoritmus). Das ist eine ganz spannende Berechnung, die du nicht verstehen musst, was du wissen musst ist:
Es ist wichtig, dass über dich geredet wird oder wenigstens du selbst über dich sprichst (und bei anderen kommentierst). Dabei ist irrelevant, was über dich geredet wird: wenn deine Freundin Dora auf ihrem Blog schreibt, dass du eine blöde Kuh bist und dich verlinkt, ist auch das ein Backlink für dich und fließt in deine Pagerankwertung ein – praktisch ist es, wenn deine Freundin Dora so beliebt ist, dass ganz viele andere über sie sprechen und sie selbst einen hohen Pagerank hat – diesen gibt sie an dich weiter (beachte hier: Pagerankvererbung). Hier muss man noch gesondert das nofollow-Attribut beachten, worauf ich in einer weiteren Folge sicher eingehen werde).

Ein Pagerank von 3 oder 4 spricht dafür, dass dein Hausfrauenblog ziemlich gut ist. Höhere Pageranks (oder gar 8, 9 oder 10) sind eher selten im Bereich der Hausfrauenblogs anzutreffen.

Bei alledem sei gesagt, dass der Pagerank eine Größe ist, die heutzutage nicht mehr allzu viel Aussagekraft hat. Nichtsdestotrotz wird ihm in bestimmten Kreisen noch viel Bedeutung zugemessen. Selbst wenn ich dir nun empfehle, auf den Pagerank keinen übersteigerten Wert zu legen, wirst du sicher von anderen drauf angesprochen, wie wichtig er ist. Insofern bleiben wir bei dem Ergebnis, dass es sicher erstrebenswert ist, einen Pagerank jenseits von PR 0 oder 1 zu erlangen.
Für den Browser Firefox (der Browser ist das Ding, in dem du gerade bei mir liest), gibt es ein schönes Addon, mithilfe dem du deinen PR und auch den anderer Seiten auf einen Blick einsehen kannst: Seo Analysis.

Backlinks:
Wichtig für deinen Blog sind jedenfalls Backlinks, das sind Links bei anderen, die zu deinem Blog führen. Es gibt langsame und schnelle Möglichkeiten, an Backlinks zu kommen.

Linkbait oder wie man schnell an viele Backlinks kommt:
Du kannst einen Artikel verfassen, in dem du schreibst, dass alle Hausfrauen total blöd und dämlich sind und du deshalb alle Hausfrauen der Welt hasst wie die Pest. Wenn du Glück hast, verlinken dich die Leute jetzt sogar freiwillig, weil sie sich über dich aufregen („schaut mal, was die schreibt!“). Sinnvoller ist es natürlich, etwas nettes zu schreiben, das freiwillig verlinkt wird (vielleicht ein Artikel, in dem du allen Hausfrauen der Welt freien Eintritt zum angesagtesten Event für Hausfrauen versprichst). Ersteres ist ein Weg, der nicht unbedingt zu empfehlen ist – schließlich möchtest du sicherlich auch beliebt sein.

Natürlicher Linkaufbau:
Deshalb würde ich dir empfehlen, zum einen gute Artikel zu schreiben und zum anderen bei anderen zu kommentieren. Wenn du gute Artikel schreibst, verlinken dich andere von ganz alleine, weil sie dich und deine Artikel weiterempfehlen. Oder sie nehmen dich in ihre Blogroll auf, weil sie gerne bei dir lesen. Deine Artikel kannst du auf Social Media Plattformen teilen oder auch bookmarken – schön ist es, wenn das auch andere mit deinen Artikeln machen.

Links kaufen:
Nicht unbedingt sinnvoll ist es, andere dafür zu bezahlen einen Link zu dir zu setzen. Wenn du das im Kleinen machst und deiner Freundin Dora eine Flasche Badreiniger schenkst, damit sie dich verlinkt, ist das nicht schlimm – wenn du allen deinen 20000 Hausfrauenfreundinnen einen Reiniger schenkst, damit sie dich verlinken, dann fällt das dem google-Algoritmus auf und er wird dich dafür ächten. Und das möchtest du sicher nicht. Außerdem müsste deine Freundin Dora dann deinen Link auf nofollow setzen – dieses Attribut hat google für den Fall, dass du deine Freundin mit einem Badreiniger bestichst, erfunden (und dafür, dass du Werbung bei google selbst bezahlst). Nicht clever ist es, sich 1:1 zu verlinken (Dora verlinkt dich und du sie) – das kann man aber im Kleinen dennoch machen. Wer nun auf die Idee kommt, dass Dora ja dann dich und du dafür Berta und sie wiederum Dora verlinken könnte, dem sei gesagt, dass google auch diese Methode kennt. Die Profis wissen das und benutzen deshalb andere Möglichkeiten, sich selbst zu verlinken. Die jedoch wirst du als bloggende Hausfrau nicht kennen müssen. Was du aber schon einmal tun kannst, ist hier unter dem Artikel zu kommentieren (denn das ist ein Backlink für dich und der ist obendrein dofollow!).

Schaust du wieder rein, wenn es darum geht, wie du deinen Haushalt am besten verwaltest und so einrichtest, dass auch dein Mann und all deine Freunde sich darin zurechtfinden (Stichwort Onpageoptimierung)?