Ihr kennt es alle, dieses Spielzeug, an das ihr nur eine einzige Millisekunde lang denken müsst und sofort Kopfschmerzen bekommt. Ich habe über die Jahre hinweg angefangen, solche Spielsachen in vier Kategorien einzuteilen:

  • Kategorie 1: Farbenfrohe Blinkspielsachen, die harmlose(re)n unter den Schlimmen: Ich weiß nicht, wer einst herausfand, dass Babys und Kleinkinder auf Blink-Spielzeug stehen, aber ich weiß, dass sie es – leider – tun. Fortan jedenfalls ging das Spielzeug produzierende Gewerbe hin und erfand Spielsachen, die blinkten. Und nein, natürlich reichte eine Farbe nicht aus, es mussten ganz viele auf einmal sein und die mussten außerdem ständig wechseln. Rot-blau-rot-grün-rot-gelb-weiß-rot-blau – Au! Was tagsüber einigermaßen erträglich ist, wird spätestens am frühen Abend zur Qual – nämlich dann, wenn der Nachwuchs die fröhlichen Blinker mit in sein Bett schleppen will (oder so überreizt ist, dass er nur noch weint…). „Schatz, du kannst nicht einschlafen, wenn du die ganze Nacht damit spielst“ – „Ich will aber meinen Blinkiiiiie mitnehmen!“ – „Schau, du kannst doch morgen wieder…“ – „Ich will aber meinen Blinkiiiiiiiieee!“ *kreisch* Nun könnt ihr euch aussuchen, ob ihr das Kindchen nachts noch ein wenig spielen lasst oder stattdessen einen zweistündigen Kampf auf euch nehmen wollt, den ihr trotzdem verlieren werdet. Und seid gewarnt: Selbst wenn ihr dem Nachwuchs seinen Willen lasst und er ab da friedlich mit Blinkie in seinem Bett spielt, werdet ihr spätestens eine halbe Stunde danach wegen des ohrenbetäubenden Geschreis eures Kinds aufschrecken, denn – natürlich – hat die Spielzeugindustrie keine Sekunde der Entwicklungsdauer darauf verwendet, das Geblinke möglichst langlebig zu gestalten. Nach spätestens zwei Stunden ist ganz gewiss die verda…. Batterie leer. Und glaubt bitte nicht, dass der Tobsuchtsanfall die Enttäuschung bei größeren Kindern geringer ist – dann habt ihr gewiss noch kein Kind erlebt, dessen Blinkeschuhe nicht mehr funktionieren…

  • Kategorie 2: Es spricht. Stimmen aus dem Jenseits: Kuscheltiere, Puppen, Kinderlaptops, Mc-Donald’s-Beigaben – nein, es reicht nicht mehr, dass unsere Mikrowellen, Handys, Tablets, PCs, Kaffeevollautomaten, die Öfen im Aldi oder der unfreundliche Nachbar sprechen, natürlich muss auch modernes Spielzeug REDEN. „Komm miiiiit! Lass uns was zum Naschen suchen!“, – kennt ihr eigentlich Krabbel Winnie Puuh? Das sprechende Krabbelbaby rangiert neben „Lauf mit mir“-Puuh ganz oben auf meiner Liste der gruseligsten Spielsachen, die die Welt je gesehen hat. Auf Amazon berichten einige Eltern gar, dass ihre Kinder schreckliche Angst vor dem plüschigen Gefährten mit der Sing-Sang-Stimme haben.

  • Kategorie 3: Atemlos durch die Nacht… Spielzeug mit kindgerechten Melodien: Wann oder wo auch immer ihr lest, dass das lustige bunte Plastikspielzeug kindgerechte Melodien spielt: Seid auf der Hut! In der Realität bedeutet „kindgerecht“ meistens genau das, was da steht! Die Ohren eurer Kinder werden sich entzückt aufstellen, sobald die lustige bunte Quake-Ente mit ihrem Trallala beginnt. Eure kleine Tochter wird aufhorchen, selig lächeln und ab diesem Tag nie wieder aufhören, den bunten Knopf zu drücken, der DIESE Melodie spielt. Zehn Minuten, zehn Stunden, zehn Tage, zehn Monate lang! Und wenn das hübsche kleine Quake-Entchen mit dem großen Schnabel irgendwann einmal verstummt, dann… ja, dann singen eure Kinder weiter. Und weiter. Und immer weiter. Und im allerallerschlechtesten Fall ist das größte Problem an diesem Spielzeug nicht einmal nur die schreckliche Melodie, die es spielt, sondern die Lautstärke! Eine Kettensäge schafft 120 Dezibel – die Quake-Enten-Melodie übertrifft das selbst auf der niedrigsten Stufe noch um das Dreifache! Und lasst euch gesagt sein: Ein Lautstärkeregler an einem Spielzeug bedeutet nicht etwa, dass selbiges auch leise gestellt werden kann, nein, die Stufen 1, 2 und 3 unterscheiden sich meist schlicht in: Sehr laut, extrem laut und in „In spätestens 3 Minuten werfe ich das Ding aus dem Fenster!“.
    Kommen wir zu
  • Kategorie 4: Irgendein Irrer hat die Kategorien 1, 2 und 3 in einem Spielzeug kombiniert. Und das ist nicht die Ausnahme, sondern fast schon die Regel. Modernes Spielzeug blinkt, spricht und dudelt zeitgleich!

Ganz ehrlich, nach mittlerweile fünf Kindern und Krabbel-Winnie Puuh bin ich wirklich hart im Nehmen, aber manchmal findet sich doch noch ein Spielzeug, das mich in den Wahnsinn treibt und latent aggressiv werden lässt und eins davon mag ich euch heute vorstellen:

Tomy – Mein bester Freund Puppy

Dieses kleine, unschuldige, niedliche Hündchen auf dem Foto ist „Mein bester Freund – Puppy“ aus dem Hause Tomy Baby. MEIN bester Freund ist er nicht mehr seit irgendeines der Kinder zum ersten Mal auf seine Schnauze drückte – wie es aber so ist, lieben ALLE unsere Kinder dieses lustige, bunte, freundliche Spielzeug mit der … kindgerechten Melodie. Puppy fällt in Kategorie 4 und er ist … aaaanstrengend.

Als offizieller Tomy-Blogger wurde mir die Aufgabe zuteil, euch Puppy vorzustellen und das mache ich natürlich gerne. Puppy ist ein Plastikhund mit Rollen, einer Leine, einem Napf und einem Knochen. Den Knochen kann man ihm ins Maul schieben, wie man will, er wird trotzdem nicht damit aufhören, die kindgerechte Melodie zu spielen, die mir schon nach wenigen Sekunden unglaublich auf den Zeiger ging. Kostprobe gefällig?

Puppy ist nett anzusehen und an sich wirklich ein hübscher Kerl. Er kann flott geschoben oder gezogen werden und auch Teppich kann seinen Beinchen nichts anhaben, er kommt artig mit seinem kleinen Herrchen oder Frauchen mit. Die Leine ist so lang, dass sowohl unser 1,5jähriger als auch der 2,5jährige den Hund gut schieben und ziehen können. Bei allen Bewegungen dreht Puppy den Kopf mit und guckt dabei ein bisschen treudoof. Wenn das Kind auf seine Schnauze drückt, bellt, hechelt oder jault er und auch das ist noch ganz nett, aber: Sobald man Puppy auch nur einen Zentimeter bewegt, spielt er diese Musik… Das heißt: Sobald du Puppy deinem Kind gibst, wird Puppy nie nie nie nie wieder damit aufhören, diese Melodie zu spielen oder habt ihr je ein Kind gesehen, das sich hinsetzt und einem Spielzeug, das ganz offensichtlich herumgezogen werden kann, einfach nur auf die Schnauze drückt? Ich nicht. In mittlerweile zwei Wochen nicht. Ich sehe oder vielmehr HÖRE den lieben langen Tag 1-, 2-, 4-, 5- und 6jährige Kinder diesen Hund herumfahren: Im Haus, im Garten und im Auto und sogar in der Küche muss dieser Hund mittlerweile sitzen, „weil er uns doch beim Essen zuschauen muss“. Und das schlimmste: Puppys Batterien halten und halten und halten. Selbt nach ausgiebigstem Schieben, Ziehen und Drücken schwächelt er nicht und hechelt, bellt und singt fröhlich weiter. Es ist … zum Weinen.

Oh Puppy!

Da wir Puppy nicht aussetzen können („Aber es ist doch unser Hund, der darf nicht weg!“), schicke ich die Kinder mittlerweile in ein anderes Zimmer, wenn sie mit dem Hund spielen. Über ein Stockwerk höre ich ihn nur noch leise, über zwei Stockwerke höre ich: Nichts. Dann ist es so als wäre Puppy gar nicht bei uns. Es ist wie in einer friedlichen Welt ohne bellende und Melodien spielende Plastikhunde. Es ist wundervoll!

Ein bisschen schade ist nur, dass ich so das ausgelassene Lachen und die strahlenden Augen der Kinder nicht mehr sehe. 

Bleibt als Fazit für mich und für euch: Eure Kinder werden Puppy lieben! Sie werden ihn hegen und pflegen, füttern und mit ihm Gassi gehen – und ganz vielleicht seid ihr aktuell nicht so hormongeschwängert wie ich und mögt den niedlichen kleinen Hund mit seiner kindgerechten Melodie ein bisschen lieber als ich. Einen Versuch ist es wert!

 

 

Puppy wurde uns von Tomy Baby für diese Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.