Stillen ist eine schöne Sache – wenn sie denn funktioniert.
Ich habe bei allen drei Kindern gestillt. Bei einem kürzer, beim anderen länger. Bei unserem mittleren gab es beim Stillen z. B. überhaupt keine Probleme. Bei den beiden anderen Kindern leider schon: unser Großer war ein Spuckkind und hatte ständig Hunger, die Kleine hatte von Lebenstag 1 eine Brustschreiphase unbekannter Herkunft. Bei beiden „Problem-Stillkindern“ habe ich verschiedene Hilfsmittel, u. a. von Medela benutzt.

Ich weiß, dass Stillen ein sensibles Thema ist, das u. U. mit vielen, auch psychischen Problemen einhergehen kann, trotzdem möchte ich mich an das Thema wagen – vielleicht hilft es jemandem (wenn auch nur, um zu lesen, dass auch andere Probleme beim Stillen haben).

Stillen – warum?
Stillen ist das beste für das Baby. Womit wir schon beim umstrittensten und auch womöglich verletztendsten Satz zu diesem Thema angelangt wären. Mütter, die nicht stillen können oder wollen, ernten nicht selten unschöne Kommentare, die zu Selbstzweifeln führen. Darum soll es hier aber nicht gehen. Hier soll es um Problemlösungen gehen und darum, anderen Mut zu machen, die auch Probleme beim Stillen haben, deshalb möchte ich auch meine Stillgeschichte erzählen, – ich versuche, mich einigermaßen kurz zu fassen.

Stillen beim ersten Kind:
Unser Großer war ein Speihkind –  das Stillen selbst klappte ganz wunderbar, das Problem war, dass er kaum fertig gestillt (und teilweise sogar während des Stillens) spuckte und kurz später, oft bereits 10 Minuten nach der Stillmahlzeit, wieder Hunger hatte. Im Grunde hatte das Kind 24 Stunden am Tag Hunger, trank, spuckte, trank wieder und spuckte. Es hätte ewig so weitergehen können, wenn nicht irgendwann meine Brust gestreikt hätte, es half nichts, Entlastung musste her und wenn es nur dadurch war, dass er einmal wenigstens 2 Stunden nicht an der Brust trank. So begann ich, Milch abzupumpen. Der Arzt verschrieb mir eine elektrische Milchpumpe, weil auch er sah, dass es so nicht weitergehen konnte.
Zwischenzeitlich hatten wir Stillhütchen, Schnuller, Ablenkung ausprobiert, doch das Kind hatte schlicht Hunger (und es bekam genug aus der Brust, es spuckte nur 80% davon wieder aus.) Mit der Milchpumpe von Medela (und ganz viel Brustwarzensalbe) war es mir nach vielen Wochen endlich möglich, meine Brust und auch meine Psycho zu entlasten, mein Mann konnte füttern und ich musste nicht 18 von 24 Stunden täglich damit verbringen zu stillen. Zwar kostete auch das Pumpen, Sterilisieren der Flaschen, Abfüllen der Muttermilch in Muttermilchbeutel, das Auftauen und wieder Erwärmen Zeit, aber nicht ansatzweise so viel wie das Stillen, das obendrein aufgrund der Häufigkeit selbigen sehr schmerzhaft war. So kam es, dass die Milchpumpe uns vor dem Abstillen bewahrt hat.
Im Nachhinein wurde übrigens ein stark ausgeprägter Reflux bei unserem Kind diagnostiziert, der erst mithilfe einer Therapie mit Tabletten im Alter von 11-15 Monaten behoben werden konnte.

Beim zweiten Kind gab es keinerlei Probleme beim Stillen, ich habe ihn ein gutes Jahr lang gestillt, zunächst voll, später neben der Beikost teilgestillt.

Stillen beim 3. Kind:
Doch auch mit dem dritten Kind sollte uns wieder ein Kind erwarten, mit dem das Stillen nicht einfach werden würde. Milch war reichlich vorhanden, so dass ich hunderte Stilleinlagen verbrauchte, aber das Kind schrie während des Trinkens, wandt sich, trank ein paar Sekunden und schrie wieder. Nur nachts, im Halbschlaf, trank es problemlos.
Auch hier wagten wir einen Versuch mit der (mittlerweile bei windeln.de selbst gekauften) Medela Milchpumpe. Das interessante war und ist, dass die Kleine auch bei Flaschen schreit, sich windet, schreit, ein paar Schlucke nimmt, schreit und sich windet. Da sie das auch heute immer wieder tut, schließe ich 3-Monats-Koliken aus. Im Wechsel zwischen Stillen und Zufüttern der Muttermilch mit Flasche haben wir mittlerweile aber die Vollstillzeit überstanden und sind erstaunt, dass die Kleine nicht nur sehr gut isst, sondern auch wunderbar aus einem normalen Becher trinken kann. Bei Flaschen – egal welcher Art – haben wir immer wieder Phasen, in denen sie schlecht trinkt, da wir mittlerweile aber 3 Beikostmahlzeiten eingeführt haben, hält sich das in Grenzen. Auch bei der Kleinen waren uns neben Stillhütchen (ohne ging es gar nicht) und Milchpumpe gute Hilfsmittel.

Trotz aller immer wieder auftretender Probleme kann ich sagen, dass die Stillzeit eine ganz wunderbare Zeit zwischen Mama und Baby ist und ich sie nicht missen möchte. Es bleibt dennoch zu hoffen, dass ein potientelles 4. Kind unserem mittleren gleichkommt.

Habt ihr selbst Erfahrung mit Stillproblemen? Und wie habt ihr sie gelöst?