Ein Stirnthermometer – taugt das?

Ein Stirnthermometer – taugt das?

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Wir alle sind froh, wenn wir das Fieberthermometer überhaupt nicht brauchen. Leider bleibt es gerade im Winter nicht aus, dass die Kinder doch ab und zu (oder ein bisschen häufiger…) krank werden. Wir haben die Erkältungssaison Anfang Oktober schon eingeläutet und spielen seitdem erfolgreich Husten-Ping-Pong. Beim Zwergenkönig und Otto ging die ersten Schnupfenwelle auch direkt mit Fieber und Angina einher, so dass wir unser neues Stirnthermometer von Braun leider schon ausgiebig testen durften. Das Braun NTF 3000 wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt und ich gestehe, dass ich aufgrund einer sehr schlechten Erfahrung mit einem anderen Stirnthermometer in der Vergangenheit voreingenommen war.

Fieber messen mit dem Braun NTF3000 Stirnthermometer

Wir müssen bei den Kindern normalerweise rektal Fieber. Die, die schon größere Kinder haben, kennen es, dass die Kleinen das irgendwann nicht mehr tolerieren. Auch unser Zwergenkönig ist mit seinen knapp zwei Jahren in einem Alter, in dem er sich gegen die Messung im Po mit Händen und Füßen wehrt. Glück dem, der ein Fieberthermometer hat, das die Temperatur an einer anderen Stelle misst. Für diesen Zweck nutzen wir bei den großen Kindern sonst das Braun Thermoscan, ein Ohrthermometer, das in seiner Zuverlässigkeit und Messgenauigkeit einem handelsüblichen Thermometer für die rektale Messung in nichts nachsteht. Allerdings – und das ist der große Nachteil des Geräts für das Ohr – funktioniert es bei Babys und Kindern unter 2 Jahren oder solchen, die wie unser Sandwichbub enge Gehörgänge haben, nicht ordentlich. Deshalb haben wir vor ungefähr einem Jahr ein Stirnthermometer einer anderen Marke gekauft, das zwar teuer war (und teuer steht ja häufig für Qualität…), aber leider völlig versagte. Wir hatten Messungenauigkeiten von bis zu 5 Grad Celsius (!) und wenn das so ist, kann ich ebensogut eine Glaskugel befragen…

Nun aber zum Braun NTF 3000:
Das No Touch Stirnthermometer kostet rund 50 € bei Amazon (Die UVP liegt bei 64,99 €). Damit ist es im Vergleich zu einem guten Fieberthermometer (5-10 €) nicht gerade günstig, dafür erspart ihr euch und euren Kindern allerdings die rektale Messung. Und das ist es uns auf alle Fälle wert.

Wie funktioniert denn das Thermometer?

Fieber messen mit dem NTF 3000

Links im Bild seht ihr das NTF 3000. Es ist weiß, mit zwei Tasten (An/Aus und „Messen“) und einem runden LCD-Display ausgestattet. Auf dem Thermometer selbst sind noch zwei Schaubilder, auf denen der ideale Messpunkt erklärt wird. Dieser befindet sich nicht irgendwo auf der Stirn, sondern mittig zwischen den Augenbrauen.

Um eine optimale Messung zu bekommen, sind ein paar Dinge wichtig: So sollte man z. B. schon länger als 30 Minuten im Haus sein und sich mindestens 10 Minuten in gleich warmer / kalter Umgebung befinden. Schmutz und vor allen Dingen Haare müssen vor der Messung aus dem Messbereich entfernt werden.

Und ganz wichtig an der Stelle der Hinweis:
Die Messung an der Stirn unterscheidet sich zur rektalen Messung um bis zu 0,5 °C. Oder anders: 38,5 °C im Po entsprechen 38 °C an der Stirn.

Das Thermometer misst die Temperatur mittels Infrarotsensor.

 

Bedienung:
Das Thermometer ist kinderleicht zu bedienen. Zunächst wird es angeschaltet. Es kann nun an der entsprechenden Stelle an der Stirn komplett aufgelegt werden oder ihr messt aus einem Abstand von bis zu 5 cm Entfernung. Dass beides funktioniert, liegt an dem eingebauten patentierten Proximity Sensor, der den Abstand zwischen Stirn und Thermometer erfassen kann. Das Thermometer selbst zeigt die Bedienungsweise auch noch einmal an, so dass auch der Babysitter oder die Oma bei der ersten Benutzung nichts falsch machen können. Das Ergebnis ist – gleich ob ihr mit oder ohne Abstand messt – identisch.

Ihr drückt nun den blauen Knopf. Die Messung dauert 2 Sekunden und ist damit blitzschnell. Während ihr bei der Messung im Po im Zweifelsfall 1-2 Minuten warten müsst, wisst ihr beim Stirnthermometer von Braun sofort, was Sache ist. Das Ergebnis können selbst eure Kleinsten schon ablesen, denn es erscheint nicht nur als Ziffer, sondern auch farbcodiert (grün für fieberfrei, gelb für erhöhte Temperatur, rot für Fieber). Zudem ertönt bei Temperaturen über 37,4 °C ein Signalton. Dieser kann wie alle anderen Piepstöne auch abgeschaltet werden, um lautlos, z. B. während das Baby schläft, zu messen.

Farbskala und Erklärung zum Braun Thermometer:
(Anmerkung: Das Thermometer kann mit einem kleinen Knopf im Batteriefach von °C zu Fahrenheit umgestellt werden.)

Kind hat kein Fieber Braun NTF3000 Ergebnis Kind hat Fieber
Farbe: grün Farbe: gelb Farbe: rot
35,7 °C – 37,4 °C 37,5 °C – 38,5 °C 38,6 °C – 42,2 °C
Das Kind ist fieberfrei. Das Kind hat
erhöhte Temperatur.
Das Kind hat Fieber.
Fieber an der Stirn messen
Messung kinderleicht – Otto misst selbst. :)

Und wie zuverlässig misst das jetzt?
Ja, das ist die Frage aller Fragen. Der Kinder Pech (Fieber…) war unser Glück, denn wir hatten in wenigen Wochen ausreichend viele Gelegenheiten, um zu testen, ob das NTF3000 etwas taugt. Wir haben das jeweilige Ergebnis in fast allen Fällen mit der rektalen Messung und der Messung im Ohr vergleichen können (meistens deshalb, weil wir kein Kind zur Messung im Po gezwungen haben). Das ist – ich schreibe es bewusst dazu – eigentlich nicht sinnvoll, weil die Temperatur zum einen je nach Messort und -art (Körperkerntemperatur oder Oberflächentemperatur) variiert und das bei jedem Menschen auch ein wenig anders ist. Für den Test haben wir es dennoch gemacht und das sind unsere

Ergebnisse:
Wir haben festgestellt, dass die Werte bei unseren Kindern jeweils identisch oder nahezu identisch waren (Abweichungen um bis zu 0,1 Grad) zu den Werten, die unser Braun Thermoscan (Typ 6022) im Ohr gemessen hat. Dies ist insofern ein wenig spannend, weil dort in der Bedienungsanleitung kein Unterschied zur Messung im Po angegeben wird und die Messung im Gehörgang zu den Messungen gehört, die ebenso wie das Messen im Po die Kerntemperatur bestimmen. Rektal lagen die Messungen jeweils zwischen 0,1 und 0,3 °C höher.
Absolut positiv zu bewerten ist, dass sich auch mehrmalige Messungen nacheinander nicht (oder kaum) unterscheiden. Das Braun No Touch Stirnthermometer zeigte bei Beachtung der oben genannten wichtigen Punkte keine Abweichungen. Ein bisschen acht geben muss man allerdings beim Abstand zur Stirn – ist man zu weit weg, kann der Sensor nicht mehr richtig messen und die Ergebnisse unterscheiden sich enorm.

Fazit: Braun NTF 3000 Stirnthermometer
Insgesamt sind wir sehr zufrieden. Die Messung ist schnell, sie funktioniert ganz einfach und die Messwerte sind genau. Der Fieberverlauf lässt sich völlig unkompliziert verfolgen und dadurch, dass man die Töne abstellen kann, ist auch ein Messen im Schlaf gut möglich. Das Display ist hintergrundbeleuchtet und kann auch nachts abgelesen werden. Wunderbar fänden wir jetzt noch eine Speicherfunktion, über die das NTF 3000 leider nicht verfügt (aber vielleicht eine Folgeserie?).
Am genialsten ist natürlich, dass wir den Kindern so eine rektale Messung ersparen können (und das ist viel Wert!).

Als abschließender Hinweis:
In der Bedienungsanleitung steht, dass das Gerät einmal jährlich kalibriert werden sollte. Dies ist ein kostenpflichtiger Service, für den ich bislang keinen Preis finden konnte. Ich werde mich dazu informieren und diesen und weitere Informationen dazu noch ergänzen.

Braun NTF3000 No-Touch und Stirnthermometer bei Amazon kaufenWie messt ihr bei euren Kindern Fieber?

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Kerstin ist Mama von vier wunderbaren Söhnen, einer redseligen kleinen Trulla und der Dezemberhexe. Sie baut Legotürme, stürmt mit wilden Playmobilpiraten kitschige Prinzessinnenschlösser und sucht täglich Antworten auf kuriose Kinderfragen.

9 Kommentare

  1. Wir haben ein Ohrthermometer und sind damit recht zufrieden.
    Vor allem die Kleine misst sich damit gerne allein die Temperatur. wpml_icon-;-)
    Heute allerdings hatte sie 40,2°C! https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_sad.gif

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  2. Wir haben auch so ein Thermometer und finden es sehr gut, ganz einfach, weil der Kleine sich damit ohne Widerstand messen lässt. Anders als bei unserem Thermometer für den Popo – da gibt es schon öfter mal stärkeren Widerstand https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wacko.gifhttps://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif

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  3. Hallo Kerstin,

    vielen Dank für diesen ausführlichen Testbericht. Wir haben uns auch vor einiger Zeit für ein Ohrthermometer entschieden uns sind damit zu 100% glücklich! Die unangenehmen Zeiten der rektalen Messung sind damit vorbei und das Geschrei hat sich merklich reduziert https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif.

    Ein Ohrthermometer kann ich daher nur weiterempfehlen! Man sollte aber natürlich die Messabweichung im Blick haben und ggf. durch eigene Addition korrigieren.

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  4. Ich habe bisher nur wenig Erfahrung mit der neuartigen Technik. Bisher arbeitete ich immer mit den herkömmlichen Thermometern. Nun möchte ich aber umsteigen und lese mich überall durch. Wie sind denn die Temperaturabweichungen zu erklären, zwischen der herkömmlichen Rektalmessung und der neuen Technik? Ich traue dem Braten noch nicht so richtig.

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    • Hallo Ute,
      der Temperaturunterschied beruht auf der Tatsache, dass der Körper außen kühler ist als im Inneren. Das hat mit der Technik an sich sonst nichts zu tun. Die Temperaturmessung in der Achsel unterscheidet sich zu der rektalen auch (bei Einsatz des selben Thermometers).

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  5. Egal ob Ohr- oder Stirnthermometer. Ein Infrarotthermometer der neueseten Generation sollte es schon sein. Wir nutzen für unsere Kleine das Braun NTF3000 und sind sehr zufrieden damit. Es funktioniert ohne Berührung, also auch bei schlafenden Kindern anzuwenden. https://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_mail.gifhttps://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_heart.gif

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  6. Habe den stirnthermometer seit ein paar Tagen und bin voll begeistert davonhttps://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gifhttps://www.fraumama.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif

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  7. Das Kind schläft und man kann ganz ohne Berührung Fieber messen. Die Messung mit Infrarot Thermometer ist echt super. Man sollte aber echt ein Markengerät wie von Braun wählen.

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