fragt mein Mann mich sicherlich jeden zweiten Tag. Er trägt seit über 3 Jahrzehnten eine Brille und dennoch verlegt er sie. Und das ständig. Eine Zeit lang schlief er sogar mit Brille auf dem Kopf, damit er sie morgens nicht suchen musste. Nachdem er so die zweite Brille verschlissen hatte, sah er ein, dass das auch keine Lösung sein kann. Zwar behauptete er, die Kinder hätten sicherlich mit den Bügeln gespielt und deshalb wären sie verbogen, so ganz abnehmen wollte man ihm das aber nicht.

Eine derart stark ausgeprägte Kurzsichtigkeit wie seine ist an manchen Tagen und zu manchen Gelegenheiten durchaus praktisch („Pflaster im Schwimmbecken? Ich habe nichts gesehen.“…), schickt man den Mann jedoch zum Kühlschrank, um die Butter zu holen, kann man sich sicher sein, dass er sie nicht findet (und nein, ihr habt recht, das liegt nicht immer an der Brille, oftmals hat er sie zu dem Zeitpunkt auf der Nase und findet dennoch nichts). So oder so überlege ich schon lange, ob ich ihm nicht eine Zweitbrille kaufen sollte, heutzutage kann man ja problemlos online Brillen kaufen. Einfach die Daten aus dem Brillenpass abschreiben, die Maße der alten Brille abnehmen (die liegt ja schließlich oft genug ungenutzt herum) und bestellen.


Brillen und Sehtests bei Kinder
Über meinen Mann wollte ich heute aber gar nicht schreiben, sondern vielmehr über unsere Kinder und darüber, wie wichtig augenärztliche Vorsorge auch bei Kleinkindern ist.

 

Augenärztliche Untersuchungen bei Kindern

Der beste Zeitpunkt für den ersten Besuch beim Augenarzt
Zunächst der Hinweis: ich komme nicht aus dem medizinischen Bereich. Was ich wiedergebe, sind die Informationen, die wir von Augen- und Kinderarzt bekamen.
Wann man mit seinen Kindern zum ersten Mal zu einem Augenarzt zur Vorsorge geht, hängt davon ab, ob es Anzeichen für Fehlsichtigkeit gibt oder eine erbliche Vorbelastung besteht; selbstverständlich wird man auch dann gehen, wenn Auffälligkeiten am Auge von außen sichtbar sind (oder der Kinderarzt solche feststellt) . Unser Augenarzt bestellt Kinder von stark fehlsichtigen Eltern bereits im Alter von 6 Monaten zu einem Ersttermin. Wir waren mit allen drei Kindern in diesem zarten Alter bei der 1. Vorsorge-Untersuchung. Auch Frühgeborene, die oft Probleme mit den Augen haben, werden zeitnah nach der Geburt einem Augenarzt vorgestellt. Bei unserem mittleren hat der Augenarzt bereits während dieser Untersuchung gemutmaßt, dass er eine Brille brauchen würde, seitdem beobachtet der Arzt im Halbjahresturnus, ob es zu Veränderungen gekommen ist. Wir müssen auch im April wieder hin und es ist sehr wahrscheinlich, dass unser Sohn eine Brille benötigen wird.
Aber auch Kinder, deren Augen völlig normal aussehen und die keinerlei familiäre Vorbelastung haben, sollten im Alter zwischen 24 und 36 Monaten zum ersten Mal zum Augenarzt gehen. Leider werden auch heute noch Fehlsichtigkeiten erst zu spät und im Schulalter festgestellt. Dies ist durch eine Vorsorgeuntersuchung durchaus vermeidbar.

Die Untersuchungen sind im Babyalter übrigens ganz harmlos (und dennoch ergiebig), im Kleinkindalter geschieht die Untersuchung spielerisch und meist machen die Kinder gut mit (unser Großer zeigte reichlich Phantasie beim Ablesen der Bildtafel: „Das ist ein O wie Oma“ [Kreis], „das ein Kühlschrank von oben“ [Quadrat]).
Wir gehen zu einem auf Kinder spezialisierten Augenarzt, bei dem die Kinder gut mitarbeiten, da er sich für jedes Kind Zeit nimmt und behutsam auf sie eingeht. Wir haben bei den halbjährlichen Untersuchungen bzw. Kontrollen jedenfalls ein sehr gutes Gefühl. Da wir beide eine Sehschwäche haben und das auch innerhalb unserer Familien stark verbreitet ist, ist nicht unwahrscheinlich, dass auch die Kinder später einmal Brillen tragen müssen.

Der Augenarzt hat meinem Mann übrigens den Tipp gegeben, sich ein Brillenband zu kaufen. Er hat gleich drei davon gekauft, allerdings verlegt er auch diese gerne, so dass das auch keine zufriedenstellende Lösung war. Ich werde wohl doch eine Zweitbrille bestellen…

Wart ihr mit euren Kindern schon beim Augenarzt?